A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 4. (Szeged, 1998)
BÉRES Mária – VÖRÖS Gabriella: Korai népvándorlás kori sírok Apátfalváról
VÖRÖS 1993 Vörös G.: A tiszai átkelőhely szerepe a 4-5. században Csongrád alatt, a mai böldi révnél. MKCsM 1992 (1993) 5-13. VÖRÖS 1996 Vörös G.: Temetkezési szokások és viselet egy dél-alföldi szarmata temetőben (Szeged-Tápé). — Bestattungssitten und Trachten eines sartnatischen Gräbelfeldes in der südlichen Tiefebene (Szeged-Tápé). MFMÉ - StudArch 2 (1996) 111-176. VÖRÖS 1997 Vörös G.: Szarmaták Attila seregében Településtörténeti vázlat. MKCsM 1995/1996 (1997) 5-11. GRÄBER AUS DER FRÜHEN VÖLKERWANDERUNGSZEIT IN APÁTFALVA Mária BÉRES - Gabriella VÖRÖS 1992 kamen insgesamt zwei Gräber auf diesem Fundort zum Vorschein. Das Grab 1 wurde von den Fundmeldern gefunden. In diesem Grab blieb kein einziger Fund an der ursprünglichen Stelle. Auch in Beziehung mit den Bestattungssitten verfügen wir über keine ganz genauen Angaben. Das Grab war NW-SO-orientiert, mit dem Schädel nach NW. Eine junge Frau im Alter von 18-20 Jahren war in diesem Grab begraben worden. Ihr Schädel war stark deformiert. Die Funde des Grabes sind: 1. Glasierter Krug. Mit Trichterrand, kugeligem Bauch und einem breiten unterrandständigen Bandhenkel. In der Linie des oberen Henkelansatzes ist der Hals mit einer schmalen, scharfen Rippe gegliedert. Die Gefäßoberfläche wurde mit einer gelbbraunen Glasur bezogen, die heute schon stellenweise beschädigt ist. 2. Glasbecher. Ursprünglich blaßgrün, durchsichtig, dünnwandig. Der Rand breitet sich leicht aus und ist gerade abgeschnitten. Der Körper ist länglich, und die Mitte des Gefäßbodens könnte konkav gewesen sein. 3. Kamm. Zweiseitiger Staubkamm, stark beschädigt. Auf einer der Verspannungsleisten ist ein doppelreihiges, gestochenes Linienmuster zu sehen. Das Grab 2 wurde von Mária Béres freigelegt, die den Fundort beglaubigte. Im Grab lag das ungestörte Skelett einer, auf dem Rücken liegenden jungen Frau. Es gab keine Beigaben. Nach den Beobachtungen war sie in etwas eng eingehüllt worden. Aus den Holzabdrücken kann man auf einen Einbaumsarg schließen. Zur ethnischen und chronologischen Bestimmung der Gräber tragen in erster Linie die Funde des Grabes 1 Béres Mária Móra Ferenc Múzeum 6701 Szeged Pf.474 und die geographische Lage des Fundortes bei. Der Krug und der Glasbecher sind spätrömische Produkte. In der engeren Umgebung des Fundortes gilt ihr gemeinsames Vorkommen als eine außergewöhnliche Erscheinung. Ähnliche römische Iniportgegenstände kommen in zwei geographischen Gegenden, nämlich in der Umgebung von Csongrád und Szeged vor. Ihr Auffindungsort fällt annähernd auf die Spurlinie der zwei, Pannonién mit dem Barbaricum verbindenden Straßen (die Linie Intercisa-Csongrád, Lugio-Szeged-Maros). Die zweiseitigen Staubkämme tauchen in Pannonién in den sog. Foederati-Gräberfeldern auf, und sporadisch kommen sie in der Großen Ungarischen Tiefebene ebenfalls vor. Von den zahlreichen Analogstücken ist das Exemplar von Tápé-Széntéglaégető zu nennen, welches auf dem, unserem Fundplatz am nächsten liegenden Fundort gefunden wurde. Aufgrund von siedlungsgeschichtlichen Standpunkten kann die Zugehörigkeit der behandelten Gräber zu einem Ethnikum eindeutig nicht bestimmt werden. Die Analogstückc der Funde beweisen nur, daß sie in der Zeitspanne zwischen dem Ende des 4. und der Mitte des 5. Jahrhundertes in die Erde gelangten. In diesem Intervall könnten die Verstorbenen zu den, in der weiteren Umgebung von Apátfalva in den Quellen erwähnten Völkern, nämlich zu den Gépiden, Goten, Hunnen oder den Alanen gleicherweise gehört haben. Übersetzt von Katalin H. Simon Vörös Gabriella Móra Ferenc Múzeum 6701 Szeged Pf.474