A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 2. (Szeged, 1996)
KISS Attila: 'In terra nummus' – A kárpát-medence avar kori kereskedelmi külkapcsolatainak vázlata a régészeti és numizmatikai leletek tükrében
mittel: Wein und Gewürze zu kaufen —, bis die durch Waffen erzwungenen byzantinischen Goldsteuern, Jahrgelder bzw. deren Reste noch zur Verfügung standen. Als das Gold, d.h. die Grundlage des Tausches ausging, hörte auch der Außenhandel selbst auf. Zusammenfassend ist es festzustellen, daß die Intensität, Richtung und Zeitdauer des Außenhandels des Awarenreiches iimerhalb der Awarenzeit — aufgrund der sich gegenseitig ergänzenden numismatischen und archäologischen Quellen — in der Zeitspanne zwischen 567/568 und 680 einerseits durch die, aus byzantinischen Steuern stammenden Goldmünzen in awarischen Händen, andererseits durch die entwickelten Handwerksproduktion und durch das Luxuswarenangebot des Byzantinischen Reiches determiniert wurden. Der Vergleich des awarischen und protobulgarischen Nachlasses in Hinsicht der Handelsbeziehungen. Die ausländischen Handelsbeziehungen der Bewohner des awarischen Staates kann man nur in dem Fall genügend bewerten, wenn ein anderes Gebiet oder eine andere Kultur, mit dessen bzw. deren ausländischen Handelsbeziehungen die des awarischen Staates in eine Parallele gestellt werden können, zur Verfügung steht. Es ist zweckgemäß, zu diesem Vergleich prinzipiell ein Gebiet auszuwählen, welches sich — den awarischen Territorien ähnlich — im Randgebiet des Byzantinischen Reiches befand und dessen Bevölkerung — möglichst wie die Awaren — bei der Einsiedlung nomadisch oder halbnomadisch war und — wie die Awaren — in einem angegebenen Zeitpunkt in der für sich neuen Heimat erschien. Zum Zweck dieses Vergleichs scheinen —meiner Meinung nach — die Protobulgaren, deren Schicksal dem der Awaren ähnlich war, geeignet zu sein. Umso mehr, weil die Intensität der archäologischen Forschung der Protobulgaren mit der Awarenforschung zu vergleichen scheint, und demzufolge steht der protobulgarische (und der slawische) Nachlaß dieses Gebietes übersichtlich zur Verfügung des Vergleichs. 567/568 siedelten sich die vor den Türken geflohenen Awaren in dem Karpatenbecken an, während die vor den Chasaren geflüchteten Protobulgaren 680/681 in den, südlich des unteren Laufes der Donau hegenden Gebieten. Pannonién (ein Teil des Karpatenbeckens) wie auch Moesien war einst eine römische Provinz, und am Rand des Siedlungsgebietes der „Barbaren" — nämlich der Awaren und Protobulgaren — befanden sich unter byzantinischer Herrschaft stehende Städte. Sowohl der awarische als auch der protobulgarische Staat standen nach ihrer Entstehung lange oder kurze Zeit mit dem Byzantinischen Reich im Krieg. Nach den schriftlichen Quellen strömte das Gold in großer Menge in Form von Steuern als Erfolg dieser Kriege in die awarische Schatzkammer. Im Gegensatz dazu kam es trotz den Kriegen zu minimalen byzantinischen. Auszahlungen für die, am unteren Lauf der Donau lebenden Protobulgaren. In Kenntnis dieser historischen Umstände ist der Vergleich der awarischen und protobulgarischen Denkmäler und ihrer Außenhandelsbeziehungen miteinander — meines Erachtens — nicht gezwungen. Vergleicht man die verhältnismäßig homogenen Funde der protobulgarischen Kultur mit der Heterogenität des frühawarenzeitlichen Fundstotfes, welche Heterogenität — unter anderen, oder in erster Linie — den in großer Menge vorhandenen byzantinischen Funden zu danken ist, oder vergleicht man das insgesamt 46,6 Gramm(! ) Goldgewicht des einzigen, Goldfunde enthaltenden protobulgarischen Grabes (Madara) nur mit dem mehr tausend Gramm Goldgewicht der früh- und mittelawarischen Grab- und Schatzfunde, ist das Bild klar: ohne die, auf 4,5 usque 8 Millionen Solidus geschätzte Menge der byzantinischen Goldsteuem wäre auch der awarische Fundstoff ährüicherweise homogen (ohne byzantinische und italische Funde) wie der protobulgarische Fundstoff am Ende des 7. Jahrhunderts und im 8. Jahrhundert. Zugleich wird auch die Frage — mindestens prinzipiell, in theoretischer Form — beantwortet, was der Gmnd oder die Erklärung der verhältnismäßigen Homogenität des spätawarenzeitlichen Fundmaterials — im Vergleich zu der frühawarenzeitlichen — und der, von äußeren Wirkungen freien Unbe- mhrtheit des größten Teiles der spätawarenzeitlichen Kultur gewesen wäre. Der Hauptgrund und zugleich die Erklärung dafür könnten die wirtschaftliche Einrichtung auf die Autarkie und der Mangel an ausländischen Handelsbeziehungen gewesen sein. Dessen fundamentaler Gmnd war wahrscheinlich, daß die Bevölkerung 'Awariens' im 8. Jahrhundert über Waren oder eintauschbare Werte, durch die sie in Handelsbeziehungen mit den Germanen Mitteleuropas und Italiens hätte stehen können und welche dem Wert der noch vorhandenen Hand Werksprodukte von Byzanz und Italien entsprochen hätten, nicht mehr verfügte wie auch die Protobulgaren im 8. Jahrhundert. Übersetzt von Katalin H. SIMON Kiss Attila Magyar Nemzeti Múzeum 1370 Budapest Pf: 364