A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1984/85-2. A népvándorláskor fiatal kutatóinak szentesi találkozóján elhangzott előadások. (Szeged, 1991)

Takács István: Lószerszám okozta elváltozások népvándorláskori és honfoglaláskori lócsontvázakon

DURCH ZAUMZEUG VERURSACHTE DEFORMATIONEN AN PFERDEKNOCHEN AUS DER VÖLKERWANDERUNGSZEIT UND AUS DER ZEIT DER UNGARISCHEN LANDNAHME Takács István Neben der Hauptaufgabe der Archäozoologie, das heißt, neben den eng genommenen zoologischen Untersuchungen, gewinnt die detailierte Erforschung der damaligen Verhältnisse, Nutzungen und Verwendungen immer mehr Platz. Schon früher gelang es, die einer schlechten Gewohnheit - dem Pfostenkauen ­entstandenen Abnutzungsspuren an den Beißzähnen awarenzeitlicher Pferde zu identifizieren. Die stark abgenutzen Hufe von landnahmezeitlichen Pferden bewiesen die frühzeitige Sattelung und die sehr starke Inanspruchnahme des Tieres. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den durch Zaumzeug verursachten Deformationen und versucht sie zu erklären. Sowohl an rezenten als auch an subfossilen Pferden konnte eine im mittleren Bereich des Nasenknochens durch Druck entstandene Knochenverdünnung und eine grubenförmige Eintiefung nachgewiesen werden. In allen Fällen erwies sich der Nasenriemen des Zaumes schuld daran. Der Grad der Deformation ist mit der Intensität der Zaumbenützung proportional. Daraus folgt, daß die mit ins Grab bestatteten Pferde, welche ähnliche Deformation an dem Nasenknochen aufweisen, bestimmt viel und oft beschirrt und geritten wurden. In diesen Fällen handelt es sich demnach nicht um irgendein Pferd, sondern um das Lieblingspferd der Verstorbenen, welches aufgeopfert und mitbestattet wurde. Eine Erkrankung der Wirbel von alten Pferden heißt spondylitics deformans. An einer Wirbelsäule, die ein sehr fortgeschrittenes Stadium dieser Krankheit aufwies, war es möglich, auf eine wahrscheinlich vom Sattel verursachte Deformation zu folgern. Unter normalen Umständen steht die Trense mit den Zähnen der Pferde nicht in Berührung und kann somit die Zähne nicht abnutzen. Deshalb sind diejenigen awarenzeitlichen Pferde interessant, an deren unteren beiden Pl-Zähnen, sich durch die Trense verursachte, kräftige Graben befinden. Solche Graben kommen an den oberen nie vor. Diese Erscheinung kann durch das während des Rittes angewandte Abbinden des Pferdekopfes erklärt werden. Das aber weist auf die Benützung eines doppelten Zügels hin. Trotz dem Abbinden dürfte die Trense mit den Zähnen nicht in Berührung kommen. Die untersuchten Pferde lernten aber die Trense »auf Zahn zu nehmen". Die an Pferdeknochen beobachteten Deformationen können uns über das Vorhandensein des Zaumzeuges, über seine Konstruktion, fallweise über seine Anwendung Informationen liefern. 318 i <

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