A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1976/66-1. (Szeged, 1978)

Hegedűs, Katalin. Der Tumulus mit dem Grubengrab von Szentes-Besenyőhalom

Die wirtschaftlich-gesellschaftlichen Umwandlungen nach dem IL Weltkrieg, die mit der Sozialisierung der Landwirtschaft und der Einführung der Grosswirtschaft einhergehende Mechanisierung, der stets intensiver werdende Ackerbau sowie die damit zusammenhängenden voluminösen Bautätigkeiten haben die noch unerforsch­ten Hügel stark dezimiert, obwohl zu dieser Zeit — durch zwei äusserst wichtige Fundrettungen — die Zahl der erschlossenen Hügel von 25 auf 27 gestiegen ist. 9 Die Veränderung der Orientation unserer Kulturpolitik hat die Möglichkeiten der zum Ockergrabkulturkreis gehörenden Kurgane in günstiger Weise beeinflusst. Durch den freien Zustrom der sowjetischen Fachliteratur, das Beheben der sprachli­chen Hindernisse, den Austausch von Fachleuten wurde die theoretische Forschung vom toten Punkt gebracht. Die östliche Steppenherkunft ist bereits in den Forschern zu Beginn des vorigen Jahrhunderts aufgetaucht, 10 sodann erhielt sie durch die grund­legende Arbeit von V.G. Childe eine auch bis heute noch dauerhafte historische und relativ chronologische Bestätigung. 11 Die theoretische Grundlegung hat 1962 F. Kőszegi durchgeführt und zur Klä­rung der Herkunft der Ockergrabkultur Ungarns sowie ihrer kulturellen und ethni­schen Verbindungen einen Versuch gemacht. Die bis dorthin unternommenen Aus­grabungen wurden von ihm auf Grund der Grabungsprotokolle zusammengefasst und die einheimischen Funde sich vor allem auf die sowjetischen Ergebnisse stützend in eine typologisch-chronologische Entwicklungsreihe eingefügt. 12 Für unsere Desorganisiertheit in der Forschungsarbeit ist die bedauernswerte Tatsache sehr charakteristisch, dass diesen von der Ausgestaltung unserer Frühbron­zezeit sehr wichtigen verwaisten „Staffelstab" zur Wende der Spätkupfer —Frühbron­zezeit nur zwei Forscher — Gy. Gazdapusztai, der verstorbene Dozent der Universi­tät zu Szeged und sodann sein Schüler, I. Ecsedy — aufgenommen haben. Durch die Hügelerschliessungen von Gy. Gazdapusztai in der Gemarkung von Kétegyháza hat sich herausgestellt, dass im Gegensatz zur früheren Meinung, nicht nur im nördlichen Teil des Alföld, sondern auch in dessen ganzen Ausdehnung mit dem Vorhandensein von solchen Kurgen zu rechnen ist. Auf Grund der zum Ausgang der 50er Jahre durch­geführten jugoslawischen Freilegungen greift das Kurganfeld bis in das Maros— Theiss —Donau-Zwischenstromland und auch auf die Woiwodina Jugoslawiens hinüber. 13 Leider konnte Gy. Gazdapusztai infolge seines frühen, tragischen Todes seine Er­schliessungsergebnisse nicht ausführlicher publizieren. Im Jahre 1966—67 hat er im Jahrbuch MFMÉ in einer auf seine Erschliessungen basierenden Arbeitshypothese die Ergebnisse seiner bis dorthin durchgeführten Forschungen zusammengefasst. 14 Die Fachliteratur der einheimischen und ausländischen Freilegungen zusammengetra­gen, machte er folgende chronologische Feststellungen : die in Ungarn und in den umliegenden Ländern freigelegten Hügelgräber gliedern sich auf Grund des Bestat­tungsritus und der Beigaben in 3 Gruppen. 9 Csalog, J., A balmazújvárosi Kárhozotthalom feltárása [Die Erschliessung des Kárhozottha­lom von Balmazújváros]. Folia Arch VI. 1954. S. 37—44. und Csalog, Zs., Arch Ért. 1963. S. 304. ausführlicher s. Kalicz, N., (1968) a. a. O. S. 22. 10 Sich auf В. Posta berufend, hat L. Zoltai den Gedanken aufgeworfen, dass die Analogien unserer Hügelgräber im Gebiet Russlands zu suchen seien: Zoltai, L. (1909) Dm Jelentés S. 48. 11 Childe, V. G. (1929), The Danube in Prehistory. Oxford 132. 148—152. 158—160 usw. 12 Kőszegi, F., Adatok a magyarországi okkersírok eredetének kérdéséhez [Angaben zur Her­kunftsfrage der Ockergräber Ungarns.) Arch. Ért. (1962) S. 15—22. 13 Garasanin, M., (1959) Neolithikum und Bronzezeit in Serbien und Makedonien. 39. BRGK S. 51—52. 14 Gazdapusztai, Gy., Chronologische Fragen in der Alfölder Gruppe der Kurgan-Kultur. MFMÉ 1966—67. S. 91—100. 36

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