A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1976/66-1. (Szeged, 1978)

Ifj. Lele József: Die Einzelgehöfte von Tápairét

DIE EINZELGEHÖFTE VON TÁPAIRÉT von József Lele jun. Der Aufsatz stellt die Einzelgehöftenwelt von Tápairét in ihrer Entwicklung dar, von der Herausbildung bis zum Aufhören des Gehöftenlebens. Verf. analysiert eingehend die Gründe des Schlusses: Grundzusammenlegung, Hochwassergefahr und eigenartiger Boden, der ungünstig für Wein- und Obstbau ist. Nach der Wasserregelung (ung. vízszabályozás) sind große Gebiete zu Wei­den, später zu Ackern geworden. Unter den Groß- und Kleinpächtern aus Tápé sind die aus Szeged, Vásárhely und Makó auch zu finden. Neben dem Viehzucht gewinnt seit den 1860-er Jahren auch die Getreideproduktion an Bedeutung. Die Weiden werden immer kleiner. Die bedeutende Nutz­machung war die Fischerei. Man hat Wasser gepachtet, wo gefischt wurde, und in den 1910-er Jahren hat man ein Gehöft gebaut, wo die Fische zerschnitten wurden (ung. halhasító tanya). Diese Fische wurden eingesaJzen und so auf den Markt gebracht. Es gab eine Fischfülle, daß mit den Fischen, die aus dem toten Flußarm ausgeschöpft wurden, die Schweine gefüttert worden sind. Der Aufsatz analysiert die gesellschaftliche Lage der Pächter: aus den fleißigen Kleinpächtern sind Einzelhofbesitzer (ung. tanyásgazda) geworden. Es werden die Daten zeitgenössischer Landkarten mit den Umständen der jüngsten Vergangenheit verglichen, und dann wird die langsame Besiedlung des Geibetes besprochen. Auf den Hügeln, die vom Wasser nicht beschädigt wurden, sind für das Vieh Pferche (ung. jószágállás), für die Hirten anspruchslose Unterkommen (ung. szállás) gebaut worden. Die nächsten Entwicklungsstufen waren die Erdhütte (ung. földkunyhó), das Erdmietenhaus (ung. verömház), dann die Gebindenwand (ung. tutaj fal) und das Gehöftsgebäude, das aus der Mi­schung von Lehm und Stroh gebaut wurde (ung. csömpölyegös tanya). Im Winter ist das Vieh zu Hause gewesen, es blieb nicht auf der Wiese (ung. rét). Das Heu wurde im Winter mit Schlitten auf das Eis der Theiß ins Dorf geliefert. Anfangs sind die Leute nur während der Sommerarbeiten, später endgültig auf die Wiese hinausgezogen. Ihre Häuser im Dorf haben sie beibehalten, einige haben sogar so ein Einzelgehöft gebaut, als wäre es ein Bauernhaus im Dorf. In Lebö steht das Gehöftsgebäude von Mihály Farkas, das sein Schwiegervater im Jahre 1890 gebaut hat. Die Nebengebäude wurden immer nach der Vermehrung des Viehbestandes weiterge­baut. Das Haus wurde 1928 umgebaut. Im selben Jahr haben sie auf die Verwendung von Ferenc Móra hin eine Genehmigung zur Eröffnung einer Weinschenke und eines Tanzsaales bekommen. Die Schenke war ganz bis 1950 in Betrieb. Die Familie Farkas bewirtschaftete ein Erbpachtgut, aber das Großvieh, das auf der Weide um das Einzelgehöft aufgewachsen ist, hat auch viel Geld der Familie gebracht. Nachdem sich die Kinder verheiratet hatten, zogen sie in ihr eigenes Einzelgehöft um. Später haben sie in Tápé ein Grundstück gekauft, sie haben darauf ein Haus gebaut, und sie le­ben auch noch heute dort. Im Gehöftshaus wohnt heute ein Waldaufseher. Die Flur Porgányszéle ist nach der Flur Pajorok unsere am dichtesten bewohnte Wiesenflur, Das stattlichste Einzelgehöft der heutien Flur Porgányszél gehört Pál Csikós. Das Gebäude hat sein Schwiegervater im Jahre 1902 inmitten 10 Joch Pachtacker bauen lassen. Das heutige Bild des Einzelgehöftskomplexes wurde 1937 ausgestaltet. Die Flur Csöbör wird von einer „öligen Betonstraße" von Porgányszél getrennt. Auf ihrer ande­ren Seite liegt die Flur Lebö, davor die ehemalige Kriegerkolonie (ung. Vitéztelep), die heute zu Algyő hingehörige Rákóczi-Kolonie, und dahinten die Flur Pajor. Auf der Flur Csöbör steht auch noch heute bewohnt und unversehrt das Einzelgehöft von József Battancs. Es hat sein Vater 1904 auf 14 Joch Pachtacker gebaut. Dies ist des einzige Haus auf der Wiese, das gegen Norden liegt und dessen Vorderseite verschlagen wurde. Bis 1935 war dieses Gehöftshaus einreihig, dann wurde davor eine Scheune aus Brettern gebaut Die Familie Battancs hat sich für Geflügelzucht eingerichtet, genau so, wie andere, neben dem Gerinne auf der Wiese lebenden Familien. Sie haben sich jährlich auch mit einem gemästeten Stier beschäftigt. Dieses Einzelgehöft wird auch bald verlassen. Seine Einwoh­ner sind alte, kränkliche Menschen, sie werden sich bald zu ihren Kindern hineinziehen. Das heutige Bild von Tápairét wurde durch die Grundzusammenlegung und das Öl völlig umgestaltet. An den modernen Straßen liegen noch einige Einzelgehöfte. Ihre Einwohner „rackern" sich noch zeitweilig ab. Die modernen Ställe und Wirtschaftsgebäude der LPG zeigen uns eine moderne Farmwirtschaft. 281

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