A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1971. 2. (Szeged, 1974)

Lipták, Pál–Varga, Imre: Charakterisierung des anthropologischen Materials des awarischen Gräberfeldes von Kunszállás

Der Schädel bei Männern ist den absoluten Massen nach mittellang, mittelbreit und niedrig. Die Stirn ist schmal. In Norma verticalis dominieren die ovoide und pentagonoide Formen. Die Glabella ist 1—3. Stufe nach der Verteilung von Broca. Es können alle Stufen der Protuberantia occipitalis externa zwischen 0—3 befunden werden. Auf Grund der Merkmale ist der Schädel meso-brachykran, orthokran, tapeinokran und stenometop. In einem Fall ist er metriometop, in zwei Fällen chamaekran. Der Gesichtsschädel ist — der Hug-schen Verteilung entsprechend — breit und hoch. Die morphologischen Merkmale des Gesichts sind die folgenden. Fossa canina ist zum überwiegenden Teil ausgefüllt; in einigen Fällen flach oder massig tief. Während Spina nasalis anterior nur die erste Stufe nach Broca zeigt, kommen alle drei Fälle der alveolaren Prognathie vor. Auf Grund der Merkmale ist das Gesicht meso- bis leptoprosop. In einem Fall ist es hypereuryprosop. Das Obergesicht ist euryen, mesen oder lépten, die Augen­höhle ist chamekonch, mesokonch oder hypsikonch, es kommen alle Kategorien der Nase vor, der Gaumen ist brachystaphylin. Auf Grund des Gesichtsproiilwinkels ist der Schädel bei Männern mesognath oder orthognath. Auf Grund der berechneten Schädelkapazität sind die Männer öligen-, euen- oder aristenkephal. Die Statur verändert sich von untermittelgross bis hoch. Der Hirnschädel bei Frauen ist kurz, mittelbreit und niedrig, die Stirn ist schmal. In Norma verticalis kommen — wie bei den Männern — nur die ovoide und penta­gonoide Formen vor. Die Glabella ist 1—3. Stufe. Von den Stufen der Protuberantia occipitalis externa können aber — im Gegenteil zu den Männern — nur die 0—2. Stufen beobachtet werden. Auf Grund der Indices ist der Schädel meso-brachykran, chamae-orthokran, tapeinokran. Es kommen alle drei Kategorien von dem trans­versalen-frontoparietalen Index vor, mit dem Überwiegen der Stenometopie. Der Gesichtsschädel ist den absoluten Kategorien infolge mittelbreit oder mit­telhoch. Von den morphologischen Merkmalen ist Fossa canina ausgefüllt, flach oder mittelmässig. Spina nasalis anterior zeigt die 1—3. Stufen nach Broca. Es kommen drei Fälle der alveolaren Prognathie vor. Auf Grund der Indices kommen alle Kategorien des Gesichts vor. Das Obergesicht ist mesen, lépten oder hyperlep­ten. Die Augenhöhle ist meso- oder hypsikonch. Auch die Nase ist sehr variabel. Der Gaumen ist meso- oder brachystaphilin. Der Gesichtsprofilwinkel bei den Frauen ist prognath, mesognath oder orthognath. Auf Grund der berechneten Schädel­kapazität sind die Schädel der Frauen zum überwiegenden Teil euen- oder aristen­kephal. Die Statur verändert sich zwischen der untermittelgrossen und der mittelgros­sen Kategorie. Tabelle 4. enthält die individuellen Masse der Männer, Tabelle 5. die der Frauen, Tabelle 6. die von Jugendlichen, weiterhin die berechnete Körperhöhe (nach Breitin­ger-Bach und Wolanski) und die taxonomische Bestimmungen. Die Angaben der letzteren wurden an Tabelle 6. nicht angegeben. Bei dem im Grab 17. gefundenen Mann beobachteten wir Zahnehäufung. Der obere linke Eckzahn springt stark hervor. Auf der knöchernen Nase des männlichen Schädels aus dem Grab 20. kann man Bruchspuren bemerken. Auf dem Schädel des Skelettfundes aus dem Grab 1. konn­ten Worm'sche Knochen auf der Lambdagegend beobachtet werden. In mehreren Fällen war der Gaumen ausserordentlich tief. Auf den Frauenschädeln der Gräber 14. und 30. sieht man Torus palatínus. Im Falle des Kindes aus dem Grab 11. gibt es einen typischen Fall des schaufeiförmigen Schneidezahnes. 76

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