A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1971. 2. (Szeged, 1974)

Lipták, Pál–Varga, Imre: Charakterisierung des anthropologischen Materials des awarischen Gräberfeldes von Kunszállás

A Móra Ferenc Múzeum Evkönyve 1971/2 CHARAKTERISIERUNG DES ANTHROPOLOGISCHEN MATERIALS DES AWARISCHEN GRÄBERFELDES VON KUNSZÁLLÁS PÁL LIPTÁK—IMRE VARGA (Szeged, Anthropologisches Institut der József-Attila-Universität ) BEFUNDSUMSTÄNDE UNTERSUCHUNGS METHODE Kunszállás-Fülöpjakab befindet sich im Komitat Bács-Kiskun, in der Nähe von Kiskunfélegyháza. Neben der LPG „Alkotmány" wurde eine Sandgrube erschlos­sen. Am Anfang der Arbeiten stiess man auf die Spuren einer sarmatischen Siedlung. Die Arbeit wurde durch die Archäologin Elvira H. Tóth von dem Katona-József­Museum Kecskemét geführt. Später wurden 24 spätawarische Gräber zum Vorschein gebracht. Im Laufe der Ausgrabungen sind ein ausserordentlich reiches archäologisches Fundgut und ein anthropologisches Material von gutem Erhaltungszustand hervorgekommen. Die erste Phase der Ausgrabung wurde im Juni 1967 beendigt. In der zweiten Phase, in den Monaten Juni —Juli 1970 wurden noch weitere 25 awarische Gräber freigelegt (H. Tóth 1968; 1971). Statt einer detaillierten Beschreibung der Gräber möchten wir auf einige vorkom­mende Erscheinungen aufmerksam machen. Nach dem Ausgrabungsprotokoll war die Hälfte der Gräber zerstört. In mehreren Fällen konnten die Spuren von Pfählen und Sargen beobachtet werden. Die Gräber waren im allgemeinen rechteckig, der Tiefe, Breite und Länge nach waren sie ziemlich mannigfaltig. Die Orientierung ist in allen Fällen SO—NW. Das anthropologische Material ist unter Mitwirkung von Gyula Farkas in die Sammlung des Anthropologischen Instituts der Jozsef-Attila-Universität geraten, wo es auch gegenwärtig zu finden ist. Es gab einige Probleme bei der Inventaraufnahme des Materials. Die Grabnummern des in das Anthropologische Insitut der Universität Szeged geratenen Knochenmaterials waren mit denen des Ausgrabungsprotokolls nicht immer identisch. Die wichtigeren Abweichungen sind die folgenden: a) unter der Nummer 20 befanden sich zwei Gräber, in einem deren das Skelett eines Mannes reifen Alters (Mat.) war, im anderen aber das Skelett einer jugendlichen Person (Juv.). Im Ausgra­bungsprotokoll wird aber dagegen nur ein Grab unter der Nummer 20 erwähnt; b) die Knochenmaterialen von zwei Gräbern (Nummern 23. und 27.) sind in das Institut nicht geraten; c) es gibt ein Grab (Nummer 43.), das in dem Ausgrabungsprotokoll nicht angegeben wurde. Das Untersuchungsmaterial wurde in zwei Gruppen geteilt : die eine von ihnen wurde ausführlichen metrischen und taxonomischen Untersuchungen untergezogen, der anderen, aus fragmentarischen Funden bestehenden Teil des Materials konnte aber nur kurz beschrieben werden, auf dessen Mitteilung wir an dieser Stelle verzichten. Bei den Messungen haben wir die gewöhnliche anthropologische Technik verfolgt (Martin-Salier, 1957). Auf Grund der Längsknochen haben wir die Statur mit 71

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