A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1969. 2. (Szeged, 1969)
Németh, Péter: Bemerkungen zur Auswertung des sog. Schatzfundes von Tokaj
kugeligen Gehänge, die Armbände des Typs von Dragizhewo, usw., die alle eine Gesamtheit, eine sogenannte Schmuckgarnitur bilden) kamen durch das Karpathen-Becken nach Polen und nach Kiew. Dieser bis dahin unbekannte Handelsweg streckte sich von den östlichen Karpathen bis zur unteren Donau, irgendwo an der Grenze des Gebiets jenseits der Theiss und Siebenbürgen auf dem Ducatus-Gebiet, während des ganzen 11. Jahrhunderts. 85 Zuletzt möchten wir die Frage beantworten, warum der Schatz in die Erde vergraben wurde. Z. Kádár meinte — auf Grund der jüngsten Zeitgrenze, die durch die S-förmige Haarringe gesetzt ist —, dass der Schatz entweder wegen des Uz-Einfalls (1068) oder wegen der antibyzantinischen Politik des Königs Salamons (1071—1072) vertsteckt wurde. 86 Z. Kádár hat unserer Meinung nach die Zeit der Versteckung richtig bestimmt, wir sehen aber deren Grund in den inneren Ereignissen. Der Uz-Einfall ging nicht bis zum Ort der Versteckung unseres Schatzes, wie es aus gründlicher Studierung der Angaben nachzuweisen ist, 87 und die anti-byzantinische Politik des Königs Salamons brachte nicht notwendigerweise mit sich, dass der Besitzer den Schatz mehrere hundert Kilometer vom tatsächlichen Ort der Kämpfe, und zwar auf einem Gebiet, weches nicht zur Oberhoheit Salamons gehörte, versteckt hat. Der sogenannte Schatzfund von Tokaj wurde angeblich in der Nähe von Tokaj gefunden, und obwohl der genaue Fundort nicht bekannt sei, müssen wir die Geschichte dieses Gebiets näher betrachten. Hier wurden Kämpfe von einer Bedeutung für das ganze Land im Jahre 1074 geführt. Salomon, König der Ungaren (1063—1074) hat sich auf Anregung seiner Berater entschlossen, dass er mit seinen Neffen, mit den Fürsten Géza und László, die ein Drittel des Landes, das sogennante Ducatus-Gebiet besassen, abrechnen wird. Salomon und seine Heere setzten über die zugefrorene Theiss bei Kerne] (in der Nähe von Tiszafüred, Komitat Szolnok) und lieferte den Heeren der Fürste in der Nähe von Nagyfiaegyháza Kampf (26. Februar, 1074) 88 Géza erlitt wegen Verrats Niederlage, und mit den Worten des Chronikers fortgesetzt: „ . . . Erst nachdem er alle seiner Kämpfer verloren hatte, hörte er mit dem Kampf auf. Bei Kotajd setzte er über die Theiss. Er schickte seinen Kaplan, den „schwarzen" György (denken wir hier an den „schwarzen Ungaren") zu seinem Bruder, damit dieser möglichst schnell zu ihm komme." 89 Etwas weiter schreibt der Chroniker: „Der König kam über der zugefrorenen Theiss nach dem Sieg bei Kotajd und kehrte ins Haus des Sohnes Peters ein." 90 In der „Képes Krónika" kommt der Ortsnahme Kotajd in zwei Formen vor: Cothoyd und Tboroyd. Unsere Historiker haben seit dem vorigen Jahrhundert diesen Namen mit Tokaj in Verbindung gestellt. 91 Zusammengefasst: sowohl der flüchtende Fürst, als duch der 85 Vergl. László Gy.: A honfoglaló magyar nép élete Bp. 1944. 124. (Landkarte); Kádár: op. cit. 207. 86 Kádár: op. cit. 205. e7 Vergl. Képes Krónika (Chronicon Pictum) Bp. 1964. 123. 88 Ibidem, Note 57; Györffy: Tanulmányok... 39. 89 „Omnibus autem militibus suis pereuntibus declinavit dux a bello, transivitque Tysciam in Cothoyd et Georgium nigrum capellanum suum ad fratrem suum Ladislaum trans misit, ut quam cicius posset ad eum festinaret," Ibidem, 131. 90 „Rex victoria potitus transivit Tysciam congellatam in Thoroyd et descendit in curia filii Petri. . ." Ibidem, 132. 91 Magyarország története (Hrsg. S. Szilágyi) Bp. 1897. II. 92.; Györffy: Tanulmányok.. . 39; Magyar Nyelv, XLIX. (1953) HO. Die Identifizierung wird nicht anerkannt: Gy. Bartalos: Magyarország önállásának és függetlenségének kivívása 1074- és 1075-ben. Eger, 1910. 43., 51. 198