A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1966-67. 2. (Szeged, 1968)

Nováki Gyula–Regius János: Methodischer Versuch der Schichtenerschliessung auf der bronzezeitlichen Siedlung in Bölcske

kamen wir im lm breiten Streifen zur Tiefe von 2 m. Obwohl sich die Schichtenfolgen weiter nach unten fortsetzen, gruben wir im Interesse der leichteren Arbeit vorläufig nicht tiefer. Wir zeichneten das nächste Profil ab und erschlossen es ebenfalls schich­tenweise. Somit hatten wir den ganzen Block in 9 m Länge zu Streifen von 1 m zer­legt. Danach begannen wir die Arbeit von neuem, d. h. wir nahmen die Tiefe zwischen 2—4 m an die Reihe. Auch hier zogen wir einen Eröffnungsgraben, an der gleichen Stelle, wo wir den oberen gegraben hatten und erschlossen ihn ebenfalls mit der beschriebenen Methode. Schliesslich foglte eine dritte Phase, d. h. tiefer als 4 m, bis zum unberührten Boden, der im Durchschnitt in einer Tiefe von 6,5 m lag. Die Profilzeichnungen wurden also letzten Endes in 3 Abschnitten (mit Tiefen zu je 2 m) angefertigt; sie können jedoch genau zusammengefügt bzw. auf demselben Papier fortgesetzt werden. Das gleiche geschah mit den Seitenwänden, die in Abschnitten von je 1 m gezeichnet wurden. Diese Methode braucht man aber nicht steif anzuwenden, es ist nicht notwendig, dass bei der Erschliessung der einzelnen Profile die Streifenbereite von 1 m streng eingehalten wird. Es kam in mehreren Fällen auch in Bölcske vor, dass wir zwecks besserer Übersicht eines Feuerherdes oder der gleichmässigen Verputzung bei einer bestimmten Schicht provisorisch stehen blieben und dann auf dieser Schicht 2—3 m weiter gingen, in diesem Falle erschlossen wir jedoch die darüber liegenden Schichten vorher in 1 m breiten Streifen. Daher mussten wir jedoch darauf achten, dass die vertikalen Profilzeichungen auch weiterhin pro Meter abgezeichnet werden. Dadurch kam bei vielen Profilen zuerst nur der obere Teil an die Reihe, den unteren Teil zeichneten wir später — sobald die 1-m-Streifen beendet waren — dann ebenfalls. So wurde also von jeder Schicht gleichzeitig ein horizontaler Grundriss und für jeden Abschnitt von 1 m eine vertikale Profilzeichnung angefertigt. Auf diese Weise gelang es, die Schichten genau zu ermitteln, das Fundmaterial und die Erschei­nungen mit ihnen in Einklang zu bringen. Die Gruben und Eingrabungen waren mit Hilfe der dichten Profile klar zu sehen, und man konnte genau feststellen, zu welcher Zeit sie in die unteren Schichten eingegraben wurden. Diese Methode beansprucht relativ mehr Zeichnungen und Messungen, was das Arbeitstempo zwar etwas verlangsamt, wogegen an Ort und Stelle im Zusammen­hang damit feststellbar ist, welche Erscheining, welches Fundmaterial zu welcher Schicht gehört und sozusagen nichts ungeklärt bleibt. Das wichtigste ist, die Messer­gebnisse äusserst genau zu bestimmen ; die Messung muss mit ganz genauen rechten Winkeln und Vertikalen durchgeführt werden, um die Zeichnungen mit einander in Einklang bringen zu können. Wie jede Methode, so hat auch diese sicherlich Nachteile. Zu diesen gehört, dass wir eine grosse Oberfläche von einer — im Interesse einiger kleineren Objekte druchgeführten — vorangehender Abtragung von 2—3 m abgesehen nicht auf einmal überblicken können. Im Grundriss sind die einzelnen Erscheinungen nur nach der vollständigen Erschliessung des Blocks zuerkennen, nur auf Grund der Zeichnungen. Von Gesichtspunkt der sehenswerten, illustrierten Photos bedeutet dies unbedingt einen Nachteil. Unserer Meinung nach ist aber die genaue Trennung der Erscheinun­gen und des Fundmaterials wichtiger, als schöne Photoaufnahmen, die vielleicht auch chronologische Unsicherheiten überdecken können. Die beschriebene Schichtenerschliessungsmethode verwendeten wir in Bölcske bei einer dicken und abwechslungsreichen Schichtenreihe mit recht gemischter Zusammensetzung. Offenbar kann sie bei Siedlungen von ähnlichem Charakter auch anderswo angewendet werden. Bei Siedlungen anderer Art, insbesonders bei einschich­tigen, wo die chronologischen Probleme auf Grund der Schichten nicht gelöst werden 89

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