A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1966-67. 2. (Szeged, 1968)

Kralovánszky Alán: Zur Frage der Gründung der königlichen Basilika von Székesfehérvár (Stuhlweissenburg)

ZUR FRAGE DER GRÜNDUNG DER KÖNIGLICHEN BASILIKA VON SZÉKESFEHÉRVÁR (STUHLWEISSENBURG) Das genaue Gründungsjahr der nach der Jungfrau Maria bennanten ungarischen königlichen Basilika des Mittelalters in Stuhlweissenburg ist uns nicht bekannt. Nach den bisherigen Forschungen soll es im Jahre 1004 bzw. 1015 gegründet worden sein. (Anm. 1—7.) Aus der Neuauswertung der schriftlichen Quellen ergab es sich, dass die Kirche vor den Schatz­schenkungen des siebenbürgischen Gyula und des Kean (= bulgarischer Zar), d. h. vor 1003 bzw. 1015 schon existiert haben soll, da die Quellen nicht behaupten, dass König István (Stephan) die Basilika aus diesen Schätzen gegründet habe, sondern nur so viel, dass sie mit diesem von ihm beschenkt wurde (Anm. 8—18). Ein sehr wichtiger Beleg ist jene Bemerkung der Bilderchronik aus dem XIV. Jh., nach welcher die Basilika in 1002/4 schon funkzioniert habe (Anm. 19). Der Abschreiber dieses im XIII. Jahr­hundert abgefassten Textteiles stammte aus Stuhlweissenburg, somit ist diese Information umso mehr als authentisch zu bezeichnen, weil der Chronist zur Fixierung dieses Beleges weder durch ein materielles noch ein geistiges Interess bewogen wurde. Nach einer Chronik aus dem XVII. Jh. soll der erste ungarische König Stephan im Jahre 1000 in dieser Kirche gekrönt worden sein (Anm. 20). Das Vorgebrachte zusammenfassend: wir wissen, dass die Basilika Stephans kleiner war, wie es früher angesetzt wurde (Anm. 21). Die einschiffige Kirche von 20x40 m konnte in ein-zwei Jahren aufgebaut werden, weil hierzu die technischen Vorbedingungen (die fertigen behauenen Steine des römischen Gorsium wurden von 7 km Entfernung zu dem Bau gefördert), aber auch die geistigen (der Aufbau einer Familienkirche neben einer fürstlichen bzw. königlichen Residenz) an dieser Stelle gesichert waren. Im Laufe der Ausgrabung im Jahre 1965 fand ich auch einen noch vor dem Bau der Basilika existierenden christlichen Friedhof, folglich soll hier eine christliche Kirche schon vor der Basilika vorhanden gewesen sein. Diese Kirche wurde von König Stephan erweitert und erneuert und diese Basilika wurde von ihm 1003 und 1015 mit Schätzen, 1031 mit Messegewändern bereichert. Hier wurde er gekrönt und hierher wurde sein Sohn Imre (Heinrich) 1031 begraben (Anm. 21—27). Zu der endgültigen Entscheidung dieser Frage dürfte eine neuere archäologische Aufdeckung neuere Daten liefern. Alán Kralovánszky 125

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