A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1966-67. 1. (Szeged, 1968)

Juhász Antal: Zur Etnographie der Gehöfte (tanya) in den Werken von István Tömörkény

ZUR ETHNOGRAPHIE DER GEHÖFTE (TANYA) IN DEN WERKEN VON ISTVÁN TÖMÖRKÉNY Das Lebenswerk von István Tömörkény, dieser vorzüglichen Gestalt der ungarischen Novellen« literatur (1866—1917) ist eine reiche Fundgrube der volkskundlichen Daten. Aus dem volkskund­lichen Quellenmaterial in den Werken Tömörkénys hat bisher am ausgiebigsten Sándor Bálint geschöpft in seinem „Szegedi szótár" ('Szegeder Wörterbuch'), aber die Bearbeitung des vollen volks­kundlichen Nachlasses des Lebenswerkes von Tömörkény ist noch immer eine Schuldigkeit der ungarischen Volkskunde. Der Verfasser möchte etwas von dieser Schuldigkeit bei Gelegenheit des Zentenariums der Geburt Tömörkénys abtragen. Tömörkénys Lebenslauf nahm mit der Journalistik ihren Anfang, 1899 war er Mitarbeiter des Szegeder Städtischen Museum und der Somogyi-Bibliothek, 1904 wurde er Direktor dieser beiden Institutionen. Von ihm wurde 1906 die volkskundliche Sammlung des Szegeder Museums gegrün­det. In seinem Lebenswerk nimmt die Darstellung des Szegeder Bezirkes der Gehöfte (tanyavilág) einen sehr wesentlichen Platz ein. Auch von bewusster Verpflichtung wurde er in seinem schrift­stellerischen und wissenschaftlichen Interesse geleitet, als er in dem Szegeder Bezirk der zerstreu­ten Gehöfte volkskundliche Sammeltätigkeit und archäologische Ausgrabungen ausführte. Der grösste Teil seiner in Fachzeitschriften erschienenen Studien — sechs von zehn Arbeiten — schöpfte seinen Gegenstand aus dem Volksleben des Gehöftebezirkes. Der Verfasser hat jedoch seine Be­arbeitung nicht auf diese Studien, sondern auf die unaufgedeckten Daten in seinen Erzählungen und Feuilletons aufgebaut. Es wird von ihm die fachwissenschaftliche Zuverlässigkeit nebst ihrem Quellenwert der aus den Werken Tömörkénys geschöpften Daten betont. In der vorliegenden Arbeit wird nur ein Teil der gehöftlichen Volkskunde Tömörkénys behan­delt, und zwar in folgenden Abschnitten: Siedlungswesen, Bauwesen, Ackerbau, Marktgang, Nah­rungswesen, Kleidungswesen und Tracht, Volksbräuche, Volksglaube, völkische Heilverfahren. Das auf die sozialen Verhältnisse und Lebensweise des Szegeder Gehöftebezirkes bezügliche Mate­rial soll nächstens in einer besonderen Studie behandelt werden. Der Verfasser gelangt zu der Schluss­folgerung, dass István Tömörkény es war, der unter den Zeitgenossen, sogar auch die Nachwelt in Betracht ziehend, für die Volkskunde den wertvollsten Bericht über den Bezirk der Szegeder Gehöfte geboten habe. Antal Juhász 94

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