A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1964-65. 2. (Szeged, 1966)

Gazdapusztai, Gyula: Zur Frage der Verbretiung der sogenannten „Ockergräberkultur” in Ungarn

Jedoch können wir die Hauptmerkmale der erörterten Fundsgruppe auf Grund der uns zur Verfügung stehenden Faktoren analysieren wie folgt.: 1. Die Bestattung geschieht entweder unter einzelnen Hügeln oder unter Hügeln, die auf grossem Gebiet zerstreut liegen und in kleinere Gruppen zu Ordnen sind. 2. Ein Teil der Leichen auf dem Rücken halb gekrümmt mit hochgezogenen Knien, ein anderer Teil aber in regelmässiger Hockerstellung beerdigt. 3. Die Beigabe ist ziemlich gering oder sie bleibt in den Gräbern ganz weg. (Es sind wenigstens die in gewöhnlichem Sinne aus unorganischem Material verfer­tigten Gegenstände selten.) 4. Die Gräber sind länglich-rechteckig, die einfach in die Erde gegraben sind, es kommt aber auch das Holzgerüst vor. 5. In einem Teil der Fälle kommt die Gewohnheit der Färbung d. h. die Best­reuung der Leichen mit rotem Ocker vor. Gewöhnlicher sind aber je ein Ockerklum­pen und der Überrest eines Leichentuchs. Diese Charakterzüge fallen mit der von V. V. Gorodzow im Jahre 1910 (Bito­waja Arheologia) angegebenen Charakterisierung der südrussischen Hügelkultur, der sog. Grubenkultur die als solche für die früheste gehalten werden kann. Die von G. A. Kriwzowa —Grakowa gegebene Charakterisierung (MIA 115) der neuer­dings veröffentlichten Funde dieser Kultur fürt uns zur weiteren Klärung der Frage. Auch die ältere ungarische Fachliteratur war damit einverstanden, dass ein Teil der sog. Ockergräber — falls die Leichen mit hochgezogenen Knien auf dem Rücken liegen — hierher zu rechnen ist. Es wurde aber schwer, darüber zu entschei­den, ob die in regelmässiger Hockerstellung auf der rechten oder auf der linken Seite liegenden Leichen hierher gehören, da ein Teil der Quellen diese Gewohnheit als eine Eigenart der Katakombenkultur auflfasste. Ohne die Frage in diesem Augenblick bis in ihre Einzelheiten zu erörtern (wir kommen noch darauf zurück) mus sich mit aller Bestimmtheit aussprechen, dass die wesentlichen Merkmale der Katakomben­kultur, nämlich die Katakombenform und die Schnurkeramik in dem erörterten Fundmaterial völlig fehlen, so dass sie hierherzurechnen oder dies gar anzunehmen von der Wirklichkeit ziemlich weit entfernt ist. Ich denke — um nun zu unserer ursprünglichen Frage, zur Terminologie, zurückzukommen — es wäre richtige, wenn die Fachliteratur die Bezeichnung „jOckergräberkultur" schon wegen der obigen Gründe verwärfe und an ihrer Stelle die richtige Bezeichnung „Grubengrabkultur" oder noch genauer die „Kultur der Grubengrab — Hügel" einführte, trotz ihrer langen Struktur und ihrer gramma­tischen Schwerfälligkeit. Unsere dritten Frage, in enger Beziehung mit den obigen, wünscht den Ursprung der Fundsgruppe zu berühren, sie enthält zugleich die zwischen unseren Rahmen schon gegebene Möglichkeit der Periodisierung. Die Arbeit des erwähnten sowieti­schen Verfassers gab uns nämlich mit der Analyse der Funde der Kurgane von Nikopolje den Schlüssel zur Lösung der Frage. Es wurde schon früher in der Fach­literatur aufgeworfen, dass die Kultur der Grubengräber —Hügel nicht in eine Entwicklungsphase eingeordnet werden kann, sondern sie hat zwei Perioden. Die Absonderung dieser Perioden war aber stratigraphisch nicht möglich. Die wurde aber durch die Ausgrabung der Kurgane bei Nikopolje in Ukraine ermöglicht. Hier wurde es nämlich klar, dass die leichen in Rückenlage mit hochgezogenen Knien die Grundbestattungsart der Kurgane bedeuteten, bis die Bestattungsart der jün­geren Grubengräber —Hügel die seitliche Hockerstellung war. Auch die charakteris­36

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