A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 7. (Békéscsaba, 1983)
Nagy Gyula: Az orosházi parasztok rejtési tudomány
Die Kunst des Versteckens bei den Orosházaer Bauern GYULA NAGY Das Schicksal lehrte die Bauern, daß sie Not zu leiden haben, wenn sie in Kriegszeiten nicht Nahrung verstecken. In Notzeiten hielten sie das Verstecken ihrer eigenen Ernteerträge für berechtigte Selbstverteidigung. Diese Altersgruppe wurde durch den 1. Weltkrieg die Versteckenskunst gelehrt. Die Armee brauchte massenhaft Lebensmittel, und da die abgelieferte Menge an Getreide, Futter und Tierem nicht ausreichend war, wurde von der Amtlichkeit requiriert. Während der rumänischen Besetzung von 1919 waren die Bauern wiederum zum Verstecken gezwungen. Im Zweiten Weltkrieg zwang der Durchzug der Front die Bauern erneut dazu ihre Lebensmittel zu verstecken. Auch in den 1950-er Jahren wurde versteckt. Am schlimmsten war das Jahr 1952. Im Frühjahr wurde ein bedeutender Teil des Ernteertrags durch Binnenhochwasser und Frost vernichtet, dazu war die Ablieferungspflicht zu dieser Zeit am strengsten, und so wurden alle Dachböden ausgeräumt. Am wichtigsten war das Verstecken der Lebensmittel. Das Verstecken des Weizens geschah auf sehr abwechslungsreiche Weise. Der sicherste Platz war in der Erde, obwohl der Weizen auch über der Erde meisterhaft versteckt wurde. Oftmals war das einfachste Versteck am wirkungsvollsten. Ideen gab es ohne Ende, Ziel war es, daß die Suchenden nichts fanden. Nach Verstecken von Weizen und Mehl folgte der Wichtigkeit nach Speck und Schmalz. Für die Tierhaltung ist der Mais sehr wichtig, daher wurde dieser nach dem Weizen am meisten versteckt und behütet. Für das Verstecken von Mais gibt es nicht gleichermaßen viele Varianten wie für das Weizen verstecken. Unter den Tieren fürchtete man am ehesten um die Pferde, so wurde in der Not zuerst das Pferd versteckt. Besonderes Gewicht wurde auf das Verstecken der Hengste gelegt. Kleidung wurde nicht requiriert, so wurde diese erst bei Herannahen der Front im Zweiten Weltkrieg versteckt. Das Verstecken von Kleidung war recht schwierig, Gesichtspunkte dafür waren: sie sollte nicht gefunden werden, sie sollte nicht verschimmeln, und auch die Mäuse sollten sie nicht entdecken. Der wenige Schmuck wurde größtenteils zusammen mit denKleidungsstücken versteckt. Stiefel, Schafspelze und Zaumzeug wurden gleichfalls versteckt, jedoch wurde auf diese weniger Sorge verwandt. In dieser Studie sind ins ehr demonstrativer Weise die über und über einfallsreichen Versteckungsmethoden dargestellt. Die versteckten Dinge wurden selten gefunden. Die versteckten Sachen wurden erst nach Abklingen der Gefahr hervorgeholt. 201