A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 7. (Békéscsaba, 1983)

Gulyás Mihály: Baromfitartás és feldolgozás Orosházán, az első világháborúig

MIHÁLY GULYÁS Geflügelhaltung und -Verarbeitung in Orosháza bis zum 1. Weltkrieg In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm in mehreren Städten und Ge­meinden Ungarns die Geflügelhaltung und Geflügelverarbeitung einen großen Auf­schwung. Zu diesen Orten gehört auch das im Südostteil des Großen Ungarischen Tieflands gelegene Orosháza. Im Verlaufe der letzten 100 Jahre nahm seine Bedeutung nicht ab, Namen und Gewicht besitzt es nicht nur auf dem inländischen, sondern auch auf dem ausländischen Markt. (Zu den Geflügeln zählen wir Hühnchen, Hühner, Perlhühner, Puten, Gänse und Enten. Unter Verarbeitung verstehen wir das Schla­chten des Geflügels, Rupfen, Kühlen und Verpacken). Im ersten Abschnitt erforscht der Verfasser den wirtschaftlichen und gesellschaft­lichen Hintegrund der Geflügelhaltung und - Verarbeitung. Er stellt fest, daß der Aufschwung der Orosházaer Geflügelhaltung mit der Verstärkung der Einzeholfwirt­schaft zusammenhängt. In Orosháza bestand kein Großbesitz, daher ist hier der amerikanische Weg der kapitalistischen Entwicklung der Landwirtschaft zu beobach­ten. Zur Zeit der Getreidekrise konnten die Kleinwirtschaften leichter zum Futter­pflanzenanbau und zur Tierhaltung übergehen. Aus der Arbeit des Verfassers lernen wir den einer Messe gleichendem Orosházaer Geflügelmarkt kennen. Im „Geflügelhaltung" betitelten Abschnitt bekommen wir auf der Grundlage der aufgeführten Stadtratsprotokolle des vorigen Jahrhunderts ein Bild auch über die kleineren Einzelheiten der Geflügelhaltung. Die Schrift beschäftigt sich viel mit der Arbeit des Wirtschafts Verbandes des Komitats Békés. Als Mangel wird festge­stellt, daß der Verband neben der Großtierzucht dem Gefügel wenig Aufmerksamkeit widmet, auch das Landesfachblatt für Geflügelzucht nicht unterstützt. Demgegenüber veröffentlicht das wöchentlich erscheinende wirtschafts- und populärwissenschaftli­che Blatt, die Orosházaer Zeitung (Orosházi Újság) oft sich auf die Geflügelzucht be­ziehende Ratschläge. Weiterhin können wir uns über die im Komitat erstmals veran­staltete Ausstellung informieren. Ein buntes Bild erhalten wir über die Urkunden der auf der Ausstellung prämierten Züchter. Die Auszeichnungen und Anerkennungen haben auf die Züchter immer anspornend gewirkt. Die Schrift informiert weiterhin über die ersten Brutmaschinen und anfängliche Erfolge des maschinellen Brütens. Im Abschnitt über die Geflügelverarbeitung erfahren wir über die einstmaligen Geflügelhändler und ihr Wirken. Wir lernen Ort, Ausrüstung und Umfang der ein­stmaligen Betriebe kennen. Wir gewinnen weiterhin ein Bild über die Schlachtung, das Rupfen, Kühlen und Verpacken, sowie über den Transport der fertigen Ware. Letztlich befaßt sich der Verfasser mit den Bedingungen der Arbeiter der Betrieb­sanlage, ihrem Verdienst, ihrer Arbeitszeit. Dargestellt wird weiter die Wirkung der agrarsozialistischen Bewegung auf die Lohnforderungen und Streiks. Der Verfasser vervollständigt seine Arbeit mit zahlreichem statistischen Material und Fotos. 183

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