A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 5. (Békéscsaba, 1978)

György Goldman: Gesichtsgefässe und andere Menschendarsettlungen aus Battonya

gegenüberliegenden Felder sind mit schrägen Linien bzw. mit Flächen­muster bedeckt. Wir nehmen an, dass diese Exemplare die frühesten anthropomorphen Gefässe der Theisskultur sein können, welche noch die früher entwickelten Gesetzmässigkeiten in ihrer Verzierung aufweisen, etwa als Verzierungsvorlage für die in Felder unterteilte Flächenverzierung der anthropomorphen Darstellungen der Theisskultur. Gleichermassen muss der unter die anthropomorphen Gefässe gezählte Becher charakterisiert werden, welcher als Keramiktyp bereits der Theisskultur eigen ist, ebenso weisen zahlreiche Verzierungen darauf auf das späte Neolithikum hin, jedoch seine Bedeutung, sein Wesen machen diesen zu einem späten Exemplar der Ge­sichtsgefässe. Glücklicherweise gelangten die Gesichtsgefässe in dieser Menge zuerst bei Ilonapart, später in Battonya hervor. Somit entstand nämlich die Mög­lichkeit, ihre gemeinsamen Züge zu erarbeiten, was gleichbedeutend damit ist, dass wir auch von einem kleineren, nicht mit einer Gesichtsdarstellung versehenen Bruchstück feststellen können, ob es in diesem Kreis zu zählen ist oder nicht, was wir bisher auf die Grundlage weniger Bruchstücke nicht konnten. Ohne Ausnahme gehören zu den Gesichtsgefässen alle, früher als säulenartige Griffe bezeichneten Bruchstücke 48 , sind diese doch die Über­bleibsel der auf beiden Seiten aufgelegten senkrechten Säule, der Arme. Auf der Grundlage weiterer gesätzmässeiger Zeichen nehmen wir die Hier­hergehörigkeit dreier Bruchstücke von Lebő 49 und zweier Vinca-Bruch­stücke an 50 . Auf der Grundlage des reichen Fundmaterials aus dem Gebiet der Sza­kálhát-Gruppe können wir zu Recht annehmen, dass dieser Typ zum eigent­lichen Formentschatz der Bevölkerung der Szakálhát-Gruppe gehört, dh. entgegen früherer Annahmen 51 ist der säulenartige Griff nicht eine Eigen­schaft der Szilmeg-Gruppe, sondern umgekehrt müssen wir dies als Ein­wirkung der Szakálhát-Gruppe auf das Gebiet der Szilmeg-Gruppe werten. Der Umstand, dass die Gesichtsgefässe in allen Siedlungen der Szakálhát­Gruppe in sicherlich grossen Zahl vorkommen, kann eventuell auch eine Hilfe für die Umschreibung ihrer Funktion bedeuten, so ist es möglich, dass in jedem Haushalt darin Saatgut unter dem Schutz eines Gottes ge­halten wurde 52 . Eine andere Gruppe der anthropomorphen Darstellungen wird durch die Darstellungen von Menschenbeinen gebildet, welche aus Lehm herge­stellt wurden. Beindarstellungen wurden in allen Fundstellen aus dem mitt­leren und späten Neolithikum gefunden. Besonderss häufig sind die zu Idolen oder anthropomorphen Gefässen gehörenden Bruchstücke. Als solche sind die Bruchstücke Nr. 35, 36 anzusehen. Nur als Beispiel nennen wir die Analogien von Kökénydomb 53 , Csóka 54 und Lebő 55 . Ein anderer Typ von Beindarstellungen wird durch das Bruchstück Nr. 37 verkörpert, wo zwei Füsse zusammenhängend dargestellt werden, und darüber ist der Anfang eines Gefässes zu erkennen. Unbedingt kann mit diesem Stück ein in Vinca in 6,4 m Tiefe gefundenes, ähnliches Bruschtück in Verbindung gebracht werden 56 , welches einen erneuten Anhaltspunkt für die chronologische Bestimmung der Battonyaer Siedlung bedeutet, sowie weiteres Beweismaterial für die enge Verbindung des Szárazér-Gebietes mit der Vinca-Kultur liefert 57 . 39

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