A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 5. (Békéscsaba, 1978)

György Goldman: Gesichtsgefässe und andere Menschendarsettlungen aus Battonya

bauch weiss (die Dreiecke bei Nr. 1, 27, das unter dem Hals beginnende Netzmuster bei Nr. 2). Wenn wir auf der Basis der Funde von Battonya die Gesichtsgefässe in ihrer Gesamtheit betrachten, wird es augenscheinlich, dass ihr Gesicht nicht einfach eine auf irgendeinem beliebigen Gefäss befindliche App­likation ist, sondern dass sich diese organisch in die Ornamentik, in den Aufbau des Gefässes eingegliedert. Das Gesicht ist oben durch Haar um­rahmt, an der Seite sind zwei Hände sichtbar 30 . Bester Beweis des Letzte­ren ist neben den Bruchstücken aus Szentes—Jaksorpart und Vármegye­ház 31 die Nr. 44, für dessen Übertragung auf die senkrechte Säule hingegen die Bruchstücke Nr. 2 und Nr. 41. Auf der hinter dem Gesicht befindlichen Seite müssen wir oben, unter dem Rand, ebenfalls Haar erkennen, das hieraus ausgehende Muster erweckt den Eindruck eines Haarschmucks, eines im Dutt befindlichen Haarkamms. Unter dem Gesicht beginnt die Darstellung der Bekleidung. Die untereinander geordnete V-Formen gehören vielleicht schon zur Bekleidung, da solche Muster auf dem Becken einiger Idole so in der Vinca-Kultur 32 wie in der Alfölder Linearkeramik sichtbar sind. Durch einen Breiten Gürtel wird der obere Teil des reichverzierten Gefässes über der Schulter zusammengefasst, die Menschengestalt ist in der Hüfte mit einem solchen versehen (Nr. 1—5, 9, 10, 11, 14—18, 21, 23, 27, 41). Darunter können wir die farbenprächtigen Falten und Bänder des Kleidunterteils leicht erkennen 33 . Die Auslegung, sowie die Rekonstruktion der Frauentracht des mittleren Neolithikum auf der Basis der Gesichts­gefässe halten wir dennoch nicht für möglich, eben aus dem Grunde, da ähnlich der Semantisierung, Abstraktion der Menschengestalt, der Haar­tracht und der Arme auch die Teile der Bekleidung zu ausserordentlich komplizierten Gefäss Verzierung en wurden. Dem Schein nach gehört der unter der Nr. 12 vorgestellte Becher nicht in diesen Kreis. Wenn wir diesen jedoch gründlicher untersuchen, fallen uns sofort die verwandten Verzierungsmotive auf. Auf der Vorderseite ist unter dem Rand ein Bündel aus Bogenlinien sichtbar, das sich haargenau mit der Haardarstellung auf den Bruchstücken Nr. 26 und Nr. 42 deckt. Unter deren Mitte ist das M klar erkennbar, darunter, sowie auf seinen beiden Seiten wiederum das bereits bekannte, in Felder untergliederte Flächenmuster. Der über diesen befindliche Zeltschmuck sich mit der Ver­zierung auf dem Gefäss Nr. 44, sowie ebenfalls der an der Stelle der senk­rechten Säule zu findene, raumteilende Streifen, hier jedoch mit das Ge­fäss durchbohrenden Knotenhenkeln. Überraschend übereinstimmend ist der gesamte Aufbau der Hinterseite, das Haar, die darunter hängende Ver­zierung, das bereits früher kennengelernte, V-förmige Muster, welches hier ein Halbkreismuster ist, weiterhin das auf den beiden Seiten der Hinter­seite befindliche, senkrechte Feld. Demnach müsste sich über dem M ein Gesicht befinden, daher vermuten wir, dass das hier sichtbare Zeichen, dem ähnliche Zeichen in der Tordos-Zeichengruppe vorkommen 34 , eventuell die Darstellung eines menschlichen Gesichts bedeutet. Dafür spricht, dass wir die beiden oberen schrägen Linien als Augen, die Senkrechte als Nase, die untere Waagerechte als Mund betrachten können. Wir dürfen jedoch nicht ausschliessen, dass dieses Zeichen, an der Stelle des Gesichts auf den zur Getreidespeicherung bestimmten Gefässen eine eigenständige Be­deutung gewinnt, eine stehende Männergestalt darstellt. Eine derart hoch­37

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