Nagy Gyula: Parasztélet a vásárhelyi pusztán (A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 4. Békéscsaba, 1975)
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BAUERNLEBEN IN DER „VÁSÁRHELYI-PUSZTA" Diese Puszta, wohin der Verfasser den Leser führt, ist nicht die allbekannte Heide, die von Petőfi und Heine besungen wurde, sondern ein lebendiger Teil der heutigen Warheit, von ihrer falschen Romantik befreit. Sie ist ein Rest aus der jüngsten ungarischen Vergangenheit, deren Mosaike in der Gegenwart leben und wahrscheinlich auch in der Zukunft zu finden werden. Der Verfasser bestrebte sich dieser vergangenen Welt, — einer alten Lebensart, die heutzutage lebendig ist, — ein Denkmal zu setzen. Wie dem auch die Sache sei, ist sie des Aufbewahrens wert, da sie ein Zeitalter, ein menschliches Verhalten kennzeichnet. Der Verfasser suchte die in die bauerliche Lebensform eingeschränkten schöpferisch tätigen Menschen, er versucht ihn zu verstehen und begreiflich zu machen. Der Ort, den wir in der Mitte der ungarischen Tiefebene östlich von der Theiß besuchen, liegt etwa 40 km nördlich dem Fluß Maros entfernt, in dem südöstlichen Winkel des Landes. Er liegt zwischen zwei Agrarstädten des Tieflandes; zwischen Hódmezővásárhely (deren Fläche im Jahre 1970: 47 300 Ha ausmachte und deren Einwohnerzahl sich auf 52 800 belief) und Orosháza (auf der Fläche von 20 217 Ha, mit 33 350 Einwohnern im Jahre 1970). Grundeigentümlich gehörte er zu der erst Erwähnten, er lag aber zu der Zweiten näher. Zwischen den beiden Siedlungen gibt es aber aus ethnokultureller Anschauung wichtige Differenzen. Hódmezővásárhely ist eine alte auch die Stürme der Türkenregierung durchgelebte Stadt, die die Bevölkerung der in der Umgebung zerstörten Gemeinden der 16—17. Jahrhunderte aufgenommen und deren Gebiete eingemeindet hatte, so daß es um die Mitte des 20. Jh. fast 80 000 Ha. erstklassiges Gebiet als ihr eigenes hatte anerkennen können. Die Einwohner waren entscheidend Kalvinisten. Orosháza wurde dagegen 1744 von den West-Transdanubien entstammenden ungarischen Siedlern, die sich Lutheraner bekannt haben und kurze Zeit in Ost-Transdanubien in Zomba gelebt haben, gegründet. Sie hatten ihren Wohnort beidenfalls verlassen, weil sie ihre religion nicht frei hatten üben können. Die „Vásárhelyi Puszta" war bis Mitte des 19. Jh.s wirklich eine echte Pußta. Die Ebene wird durch dürre Wasserrisse sowie durch niedrige Erhöhungen (Flächenunterschiede von 1—2 m) einigermaßen abwechselungsreicher. Hier herrscht auf dem Löß ausgestalteter Boden, der für Ackerfeld vorzüglich geeignet ist. Es ist aber nicht gering der Alkaliboden, der nicht einmal für Weide brauchbar ist. Das Wirtschaften wurde in den letzten 100 Jahren auf der Pußta durch die wechselreichen Bodenverhältnisse entscheidend bestimmt. Bis 1853—54 war diese Pußta, die nach einem bestimmten System gemeinschaftlich ungeteilt benützt wurde, die gemeinsame Wiede der Bewohner von Hódmezővásárhely. Da wurden aber Parzellen von cca. 6 Ha als Gemeinbesitz unter den Dorfschultzen verteilt. Da wurde noch eine Zeitlang ihr Charakter als Pußta bewahrt, aber die Bevölkerungszunahme begann doch schnell und zwar auf jene Art, daß auf die schon eigentümlichen Parzellen Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude, sogenannte Einzelgehöfte gebaut wurden in die das Kind des Eigentümers oder sein Bediensteter übersiedelte und sein in einem Stück liegenden Landsgut als Ackerfeld bebaute. 649