Balassa M. Iván: A parasztház története a Felföldön (Miskolc, 1994)
ÖSSZEGEZÉS
Das XIX. Jahrhundert brachte also auch in der äußeren, frontseitigen Erscheinung der Wohnbauten Veränderungen, aber diese blieben nicht nur oberflächliche, denn auch in der Konstruktion, beim Grundriß treten entscheidende Änderungen auf. In einem immer breiteren Bereich verbreitet sich in den östlichen Teilen des Komitates Heves die Steinwand und auch am Südrand des Bükkgebirges, im Hernadtal und in Tokaj-Hegyalja nimmt deren Bedeutung zu. Im Komitat Nógrád verdrängen allerdings eher die aus Lehm gefertigten Wände die frühere Sohlenbalken-Fachwerkkonstruktion, die Flechtenwände mit Pfostenkonstruktion. Die Steinwand findet in erster Linie im Bergland Anwendung, nebenbei verbreiten sich auch in immer größerem Maße die aus verschiedenem Erdmaterial gefertigten Wände. Dies in erster Linie auf Kosten der Bohlenwände, der Wände mit Sohlenbalken-Fach wer kgerüst und Pfostenkonstruktion. In der Volksarchitektur ist das die allgemeine Tendenz, entsprechend Franz OELMANN auch innerhalb von jedem anderen festgelegten geographischen Gebiet - wenn jemand fähig ist, bei den in der Baukunst verwendeten Matériáién eine progressive Änderung nachzuweisen - das bedeutet im Allgemeinen, daß die organischen Stoffe durch anorganische ersetzt werden, der Prozeß nimmt seinen Anfang beim Fundament und hört beim Dach auf (Franz OELMANN 1927. 8., J. G. D. CLARK 1952.6. berufen sich ebenfalls auf diese Feststellung). Tatsächlich, in dem erforschten Gebiet verdrängen bis zum XX. Jahrhundert die Wände aus Erdmaterial, Stein von Fall zu Fall - im XX. Jahrhundert - die Ziegelwände vollkommen oder fast vollkommen die Holzwände oder die auch mit Holz gebauten Wände, gleichzeitig aber war dieser Prozeß bei der Dachbedeckung noch keineswegs abgeschlossen. In der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts erscheint in den Bauernhäusern auch das zweite Zimmer, anfangs in klar umgrenzbaren Gebieten, in Nógrád in der Mitte des Komitates beschränkt auf einige Dörfer. In Heves an der mittleren Strecke des Baches Tarna und in den unter der Stadt Eger liegenden Regionen, weiter nach Osten aber genau dort, wo zum Ende des XVIII. Jahrhunderts die Ausbreitung der Steinwand registriert werden konnte. In Gömör und der Umgebung des Sajó-Hejő tritt ebenfalls in dieser Epoche der zweite Wohnraum auf. Auch vom Sajofluß nach Osten hin verschwindet stufenweise die Anwendung des Ofens mit innerem Rauchabzug, allerdings in anderen Etappen, als bei denen mit senkrechtem Rauchabzug. Hier wird der Ofenkörper stufenweise aus dem Wohnraum verdrängt, aber der Rauchfang, „der Kabola" und der im XIX. Jahrhundert auftretende, an den Ofen angebaute Sparherd bleibt noch für lange Zeit innerhalb des Zimmers, Der innere Rauchfang verschwindet fast erst im XX. Jahrhundert, der gesamte Ofen kommt in den Vorraum (Flur), gleichzeitig aber verbleibt der Sparherd drinnen im Zimmer, angewendet in breitem Bereich bis sum Fabrikhergestellten, transportierbaren Herd. Die Landkarten, mit deren Hilfe ich die charakteristischen Markmale der im XIX. Jahrhundert, bis zu den Anfangen des XX. Jahrhunderts erbauten Wohnhäuser ausgearbeitet habe, sind auch dazu geeignet, um aus ihnen diejenigen Kleinlandschaftsformen zu bestimmen, welche in ihrem gesamten Charakter in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts entstanden, aber ihre größeren Zusammenhänge aufweisenden Grundzüge können schon vor der direkt dem XVI. Jahrhundert nachfolgenden Zeit an verfolgt werden. Hierbei kann nur einiges Wichtige hervorgehoben werden, denn entsprechend meinen Forschungen im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén können folgende Kleinlandschaften abgegrenzt werden: 1. Süd-Borsod, 2. Süd-Zemplén, 3. Nord-Borsod-Gömör-Torna, 4. Abaúj, 5. Tokaj-Hegyalja (Siehe Iván BALASSA M. 1987b. 73.). Die im westlichen Teil des Komitates Nógrád, mehr im Börzsönygebirge gelegenen Wohnbauten verdienen deshalb unsere Aufmerksamkeit, da hier der Lehmstampfbau - vom Tiefland herkommend zuerst erscheint, in diesem Gebiet sind die frühesten Zweiraumzimmerbauten zu findnen, auch der Laubengang tritt hier zuerst auf, die Dachform unterscheidet sich von der direkten Umgebung. In jener Zone war dieses Gebiet dasjenige, welches den allgemeinen Entwicklungstendenzen entsprechend die vom Tiefland herkommenden Wirkungen nach Norden, bzw. zu den im Osten gelegenen Gebieten weitervermittelte und solche Wirkungen vor allen Dingen aus dem Norden übernahm, welche von hieraus dann in Richtung Süden weitergegeben wurden (z.B. Kachelofen). Im Komitat Heves ist ein solches Vermittlungsgebiet die unter und über der Stadt Eger gelegene Talstrecke der im östlichen Teil des Komitates aus Richtung Norden fließenden drei Bäche Tarna, Laskó und Eger.