Petercsák Tivadar: A képes levelezőlap története (Miskolc, 1994)
DIE GESCHICHTE DER ANSICHTSKARTE
Schattierungen aus. In den Jahren um 1920 wurde der Lichtdruck von dem sich auf industrielle Basis stützenden Abzug abgelöst. Diese Karten entstanden nur in schwarzweiß und die grelle Kolorierung erfolgte oftmals manual. Der Offsetdruck eroberte die Postkartenherstellung in den Jehren um 1920/30. Die Maße der Pstkarten wurden durch Postverordnungen vorgeschrieben. In Ungarn waren bis 1972 die 9x14 cm Ansichtskarten im allgemeinen Verkehr. Seitdem werden 10x15 cm große Postkarten angefertigt. Neben diesen gab es auch Karten mit besonderen Maßen, Formen und Techniken. Solche sind die riesigen, die faltberen, stereoskopischen, zusammensetzbaren, schachteiförmigen, durchbrochenen, reliefartigen Ansichtskarten mit Auflagen aus Holzplättchen, Holzrinde, Leder, Metallplättchen, Glas, Gobelin, Stickerein, Papier, Haaren, lebenden und Kunstblumen, Goldstaub, die mit optischen Tricks, durchleuchtbaren, schallplattenförmigen und mit individuellen Zeichnungen versehenen Postkarten. Sammeln von Ansichtskarten Im „goldenen Zeitalter" der Ansichtskarte (1900-1925) gehörte es sich in jeder bürgerlichen Familie, ein Ansichtskartenalbum zu besitzen, in welchem ohne Wahl die Landschaftskarten, Genrekarten und Grußkarten gesammelt wurden. Der überwiegende Teil der noch vor der Ehe stehenden Mädchen huldigte dieser Leidenschaft. Die Alben lagen auf den Tischen der bürgerlichen Salons gemeinsam mit den Photoalben der Familie und als Gast gehörte es sich, diese durchzublättern. In Deutschland war die Ansichtskarte größte Mode. In Paris dagegen wurde 1903 das Lustspiel mit dem Titel „Die Ansichtskarte" aufgeführt. Die Ansichtskarte weckte bereits in den Jahren um 1890 das Interesse der Sammler, Das Sammeln organisieerte sich zu einer gesonderten Sammleerbranche, es entstanden organisierte Rahmen und Formen. In Westeuropa wurden Postkarten-Sammlervereine gegründet, es erschienen spezielle Zeitschriften. In Ungarn wurde mit dem Sammeln von Ansichtskarten 1897 begonnen. 1899 wurde der Verein Hungária, der erste ungarische Verein für Postkartensammler gegründet. Im Jahre 1900 zählte er bereits 2040 Mitglieder. Zur Jahrhundertwende wurden die Sammler durch mehrere Zeitschriften über Ansichtskarten unterstützt. 1900 wurde in Budapest die erste internationale Postkartenausstellung organisiert, an welcher siebzehn Sammler teilnahmen. 1968 wurde die II. internationale Postkartenausstellung organisiert und 1970 wurde in Budapest unter dem Titel „100 Jahre der Postkarte" eine Kunstausstellung veranstaltet. Heute ist das Sammeln von Postkarten wieder in Mode gekommen. Die Basis der Pstkartensammlung des Zempléner Museums in Szerencs bildete die Privatsammlung des dort lebenden Arztes Dr. László Petrikovits. Er bot das 400.000 Ansichtskarten zählende historische, ethnographische und exlibristische Material dem in Szerencs im Entstehen begriffenen Museum an. Die Postkartenkollektion wächst seitdem durch Schenkungen und Käufe ständig weiter an und auch das Verlag sun ternehmcn Fonds für Bildende Künste schickt jährlich je ein Exemplar der neu herausgegebenen ungarischen Ansichtskarten. Aus dieser Sammlung mit großem kulturhistorischen Wert wurden auch schon mehrere thematische Ausstellungen organisiert. Das Material dieser Sammlung kann auch von Forschern gut genutzt werden, aber die alten Ansichtskarten werden auch bei der Herstellung von Dokument- und Spielfilmen verwendet.