Petercsák Tivadar: A képes levelezőlap története (Miskolc, 1994)

DIE GESCHICHTE DER ANSICHTSKARTE

sichtskarten solche Gebäude, Straßen festgehalten, die zerstört wurden, aber zur Ver­gangenheit einer Stadt gehören. Auf den Budapester Ansichtskarten sind hauptsächlich Staatsverwaltungs- und Kulturgebäude, Denkmäler, Niederlassungen des Handels und Gastgewerbes, beziehungsweise die verkehrsreichen Straßen der Budapester Innenstadt abgebildet. Über die historischen Sehenswürdigkeiten und Denkmäler wurden in jedem Ort Ansichtskarten angefertigt. Auf den Postkarten der Verwaltungszentren und Städte sind oftmals die Rathäuser, Gerichtsgebäude, Finanzanstalten, Kirchen und Schulen zu sehen. Neben den Marktplätzen erschienen die Gaststätten, Geschäfte auf Ansichtskarten zu Reklamezwecken. Ein unausbleibliches Thema der Ansichtskarten sind Bahnhöfe, Kasernen und Postgebäude. Nach dem ersten Weltkrieg erschienen auf den Karten die Kriegsdenkmäler und Nationalfahnen. Nach 1945 zeigen neue Wohnsiedlungen, Parks, kulturelle und soziale Institutionen das neue Gesicht der Orte. Auch auf Ansichtskarten über Dörfer sind in erster Linie die Sehenswürdigkeiten, öffentliche Gebäude, Geschäfte und auf der Straße stehende Menschen, dort vorüberfahrende Fuhrwerke abgebildet. Die Industriebetriebe, Fabriken und Bergwerke verewigenden Ansichtskarten sind aus den Jahren um 1880 bekannt. Verkehr Mit Hilfe der Stadtansichtskarten können auch die Veränderungen des Ortsverkehrs gut nachverfolgt werden. Auf den Straßenbildern sind nacheinander auch die eben geb­räuchlichen Verkehrsmittel (Auto, Omnibus, Fuhrwerke, Straßenbahnen, Autobusse) fest­gehalten. In der zweiten Hälfte des XfX. Jahrhunderts war eins der Hauptsymbole der Indust­rialisierung die Eisenbahn, durch welche die Orte näher aneinader gebracht wurden. Die Verleger der Ansichtskarten sahen in den, allgemeine und berühmte Züge, Dorf- und Stadtbahnhofsgebäude, Bahnhöfe der Hauptstadt, den Eisenbahnbau und Lokomotivty­pen darstellenden Ansichtskarten ein gutes Geschäft. Nach Ungarn gelangten auch die Ansichtskarten mit den Bildern von Ozeanfrachtern oder den Schiffen, welche die im Fiumer Hafen Wartenden und nach Amerika Auswan­dernden transportierten. Zur Jahrhundertwende erscheinen mit dem Aufschwung des Fremdenverkehrs am Plattensee die ungarische Dampfschiffe darstellenden Ansichtskar­ten. Am Anfang unseres Jahrhunderts ist auch das Luftschiff Zeppelin und das Flugzeug von Louis Blériot ein häufiges Thema der Ansichtskarten. Diese Verkehrsmittel wurden in das Stadtbild montiert, als ob sie gerade dort fliegen würden. Auch heute werden noch häufig verschiedene Flugzeugtypen und Ereignisse der Raumfahrt abgebildet. Volksleben, Volkskunst Die volkskundlichen Ansichtskarten wurden für Fremdenverkehrszwecke herausge­geben, um die örtlichen Eigenheiten vorzustellen. Neben den bekanntesten ungarischen Volkskundengruppen erschienen in den Jahren um 1890 die farbigen Nationalvolkst­rachten. Auf diesen Bildern erfolgte die Darstellung allgemein auf künstlichem Wege. Die Karten, auf denen in Photografien die traditionellen Beschäftigungen verewigt wur­den, zählen heute bereits zu zeitgeschichtlichen Dokumenten. Auch Volksbräuche und folklorisierte Literaturgestalten erschienen als Rarität auf Ansichtskarten. Geschichte, politische Propaganda, örtliche Ereignisse Auf den Ansichtskarten werden die verschiedenen Epochen der Geschichte, große Schicksalsereignisse und bedeutende Persönlichkeiten wieder lebendig. Die aus den ein­zelnen Epochen auf Ansichtskarten dargestellten Themen widerspiegeln auch die ges-

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