Kunt Ernő szerk.: Kép-hagyomány – Nép-hagyomány (Miskolc, 1990)

III. RÉSZ: A KONFERENCIA SAJTÓVISSZHANGJA

Dritte Arbeitstagung der S.I.E.F.-Kommission für volkskundliche Bildforschung in Ungarn Vom 5. bis 10. April 1988 kamen in Miskolc {Nordungarn) Volkskundler aus vielen europäischen Landern zusammen, um die volkskundliche Bildquel­lenanalyse an jenem Punkt aufzugreifen und voranzutreiben, den die Dis­kussionen vor knapp zwei Jahren in Reinhausen bei Göttingen umkreisten. Es ist der Tagungsleitung und vor allem dem Engagement von Ernő Kunt zu verdanken, daß die Teilnehmer optimale Rahmenbedingungen für das sehr dichte Arbeitsprogramm vorfanden. Die Referate waren in die Begriffstrias Bild — Brauch — Bauer eingespannt; die Bedeutung, der Gebrauch und die Funktion von Bildern im ländlichen Mi­lieu standen ebenso zur Debatte wie die Darstellung dieses Milieus durch das Medium Bild. Wie instruktiv die Erörterung von Einzelfragen, die sich unter das Taguncrsthema fassen ließen, auch vielfach war, so drohte doch gelegent­lich das unreflektiert Deskriptive das Feld zu beherrschen: und dann war kaum mehr etwas von jenen grundsätzlicheren Fragestellungen zu spüren, die bei den. Analysen mitzubedenken noch in Reinhausen als conditio sine qua non erkannt worden waren. Wie verhalten sich Bilder zum Abgebilde­ten? Welche »grammatikalischen« Formen liegen den Bildern zugrunde und wer jeweils kann sie »lesen«? Welchen Zugang, welches spezifische For­schungsinteresse zeichnet die ethnologische Bildanalyse aus? Welcher Be­griffsinstruTnente bedient sie sich, welche interdisziplinären Transferlei­stungen kann sie erbringen, von wem hat sie gelernt und weiterhin zu ler­nen? Die im Vorfeld der Tagung erbetenen Stellungnahmen zu zentralen Pro­blemen der visuellen Anthropologie und zu dem Bedeutungsspektrum, wel­ches sich an den Begriff der visuellen Kultur knüpft, fanden kaum in die Refe­rate Eingang, wurden jedoch im Rahmen einer ausgiebigen Abschlußdiskus­sion ins Sptel gebracht. Hier wurde auch eine Art Strukturplan für die weite­re Arbeit der Kommission erstellt, wurden Fragen aufgeworfen, die bei spä­teren Zusammenkünften erörtert werden sollen: Wie verhält sich Bildreali­tat zu äußerer Wirklichkeit? Das Problem des Quellenwertes steht hier mit­samt dem schwierigen Terrain der ikonographischen Analysemethode zur Debatte; zugleich aber auch die immer wieder aktuelle Frage nach dem Ver­hältnis von Subjektivdtion und Objektivation. Wie zirkulieren Bilder im hi­storischen, sozialen, kulturellen Raum? Das Problem des Bildgebrauchs, der Bildf unktion, der Bildbedeutung; die Fragen nach ökonomischen genauso wir die ihtch symbolischen Strukturen gehören hier aufs Tapet. Daß die Ar­beit an dit-son 1 ragen der volkskundlichen Spezifizierung bedarf, dies wurde un ht minder deutlich als die Tatsache, daß die Qualität der Frgebiusso unter

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