Kunt Ernő szerk.: Kép-hagyomány – Nép-hagyomány (Miskolc, 1990)

I. RÉSZTANULMÁNYOK - Tüskés Gábor-Knapp Éva: Barokk kori mirákulumos könyvek illusztrációs sorozatai

Darstellung des Kultortes anschliessen. Auf das Gelübde (Zuhilferufen) weist die typi­sierte Gebetshaltung des Subjektes oder weiterer Personen hin (ausgestreckte Arme, gefaltete Hände, Knien). Unter den Symbolen, die an die Notsituation anknüpfen bzw. diese Situation ausdrücken oder betonen, ist die Allegorie des Todes als Skelett mit seinen üblichen Attributen am häufigsten zu beobachten (mit Pfeil, Sense, Sanduhr, beim Ausheben des Grabes, als Beweger eines Transportmittels). (Abb. 12) Ausser­dem kommt auch die symbolische Darstellung des Teufels und verschiedener Dämonen vor. Die Darstellungen der Umgebung der Kultgegenstände (d. h. der Wallfahrtsorte) zeigen im Gegensatz zu den meisten Wallfahrtsbildchen im allgemeinen nicht das zeit­genössische Bild der gegebenen Kirche, sondern stellen ein zeichnerisch verballhorntes „Irgendwie" von Gotteshaus oder ein Phantasiebild im Hintergrund dar. Die Ereignisse werden auf den Mirakelbildern regelmässig in eine landschaftliche Umgebung oder architektonischen Rahmen eingefügt. Das hat zusammen mit dem Bildausschnitt (auf den Bildern von Zágrábremete mit dem ornamentalen Rahmen, der ein ovales Feld bildet) eine theatralische Wirkung zur Folge. Das zeigt nicht nur den allgemeinen Einfluss des Theatralischen auf die bildkünstlerische Produktion des Barock und auch auf die Illustrationen, sondern besitzt auch eine symbolische Bedeutung: Die Land­schaft und die Architektur bezeichnen das Diesseits, gegenübergestellt mit der abge­grenzten Darstellung des Kultgegenstandes, was auf das Jenseits, auf das Übernatürli­che hinweist. Die Kontaktmöglichkeit zwischen den zwei Welten wird seitens des Mens­chen durch die Gebetshaltung, seitens der himmlischen Macht durch den Lichtstrahl bewiesen. Aus dem Vergleich der zu unterschiedlichem Zeitpunkt hergestellten Mira­kelbilder geht hervor, dass die episodisch-realistische Darstellung der Notsituationen stufenweise von dem gekürzten formelhaften Bildhinweis abgelöst wird (z.B. Kranken­bett), dessen Erzählinhalt aber schon wesentlich kleiner ist. Zwischen den Mirakelbildern und den Darstellungen mit Details aus der Ursprun­gslegende ergibt sich ein wesentlicher formeller Unterschied. Während auf den Mira­kelbildern der Kultgegenstand von der irdischen Sphäre abgegrenzt abgebildet wird, ist auf den Legendenbildern der Kultgegenstand (der Patron) und seine Umgebung eng mit den irdischen Geschehnissen verbunden. Zwischen den Mirakelbildern und den Darstellungen der Legendenzyklen bilden jene Illustrationen einen Quasi-Übergang, die das konkrete Mirakel als Teil oder als Anhang der Ursprungslegende vergegenwär­tigen. (Abb. 13) Neben der Darstellung der Erzählmotive sind in der Serie von Mariatal und besonders von Budaszentlörinc auch mehrere Abbildungen mit Ordensbezügen oder mit sonstigem symbolischen Inhalt zu finden bzw. solche, die den allgemeinen wundertätigen Charakter des Ortes oder des Patrons betonen. Die drei Illustrationsserien mit einer Ursprungslegende zeigen nur jene Erzählmo­tive, die sich auf den gegebenen Ort beziehen und auch in den Texten zu finden sind. Die Darstellungen sind aber auch unter dem Gesichtspunkt des allgemeinen Motivbe­standes der barocken Wallfahrtslegenden als repräsentativ zu betrachten, weil sich um alle drei Wallfahrtsorte ein bedeutender Legendenkreis herausgebildet hat. Hier und im folgenden besteht in einigen Fällen die Möglichkeit, zwischen dem ungarischen und dem österreichischen Illustrationsmaterial eine motivische Parallele zu ziehen, unter anderem im Bezug auf die strukturelle Ähnlichkeit der Darstellungen und die qualita­tive Unterschiede der Stecher. Unter den Erzähleinheiten, die auf eine historische Tatsache hinweisen, sind auf den Illustrationen folgende Motive zu finden: Das Motiv der Gründung und der Erbauung des Kultortes, das Motiv der Erwerbung, der Über­tragung und der Anbringung des Kultgegenstandes auf einem Altar, (Abb. 14, 15) weiterhin die Verknüpfung des Kultgegenstandes mit konkreten historischen (regel­mässig militärischen) Ereignissen. In der Serie von Máriaradna sind das Motiv der Türken, die den Kirchenbau verhindern, die Kirche vernichten wollen und die Mönche

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