Szabadfalvi József - Viga Gyula szerk.: Árucsere és migráció / a Tokajban 1985. október 28-29-én megrendezett tanácskozás anyaga (A miskolci Herman Ottó Múzeum néprajzi kiadványai 18. Miskolc, 1965)

Viga Gyula: A gyümölcs a népi árucserében

DAS OBST IM VÖLKLICHEN WARENAUSTAUSCH (Auszug) Die Abhandlung befaßt sich mit einer eigenartigen Form, bzw. mit einem eigenar­tigen Gebiet des traditionellen Warenaustausches, dem Obsthandel. Die ungarischen gesch­ichtlichen Forschungen, sowie die Wirtschafts-Fachliteratur des 18—19. Jahrhunderts weisen darauf hin, daß sich der Bestand an Obstbäumen auf außerordentlich ungleich­mäßige Art über das Gebiet des Landes verteilte. Es gab Gegenden, in denen überhaupt kein Obst wuchs, woanders dagegen konnte sogar mit der Verfutterung an das Vieh die jährliche Ernte nicht aufgebraucht werden. Während die an den Flußufern gelegenen Terassen der Überflutungsgebiete, sowie das Hügelland der Gegenden vor den Gebirgen einen bedeutenden Überfluß an Obst aufwiesen, gedieh es kaum in den Gegenden des Tieflandes. Dies erzeugte in sich bereits einen bedeutenden Produktaustausch zwischen den Gegenden mit verschiedenen Gegebenheiten, zu dem noch die ungleiche Verteilung der einzelnen Obstsorten, sowie die abweichenden Vegetationsperioden im Jahre hinzuka­men. Der Handel zwischen den Gegenden hat auch in dieser Beziehung große Traditionen, Obwohl es scheint, daß die abweichenden Gegebenheiten im Verbrauch auch lange die abweichende Ernährungsstruktur konservierte, bzw. den abweichenden Platz, den das Obst darin einnimmt. Damit gleichzeitig müssen wir schon im Laufe des Mittelalters mit einem einheimischen Obsthandel von bedeutendem Volumen und mit einem beträcht­lichen ausländischen Obsthandel rechnen. Der Obsthandel fand vor allen Dingen mit Äpfeln und Pflaumen statt. Besonders die Apfelsorten, die den Transport gut aushielten und im Laufe des Winters ausreiften, hatten eine große Bedeutung im Handel über größere Entfernungen. Beim Transport des Obstes spielten die das Obst auf dem Rücken hauptsächlich auf die Märkte tragenden Frauen, die Verkäufer mit Fuhrwerken, sowie die Obstverkäufer mit Flößen bzw. mit Schiffen eine bedeutende Rolle, welche ihre Waren aus dem nordöstlichen Teil des geschichtlichen Ungarns nach Südungarn, bzw. vom südlichen Abschnitt der Donau bis nach Budapest brachten. Neben dem Handel mit frischem Obst spielte auch der Handel mit verschiedenen getrockneten Waren — hauptsächlich getrockneten Pflaumen —, mit Mus und mit Obstessig eine bedeutende Rolle. Die Arbeit gliedert detailliert die einzelnen Warenarten und die Amplituden des Handels mit ihnen, die Beziehungen zwischen den Gegenden, bzw. die Rolle, die der Obsthandel im Leben der einzelnen ungarischen Volksgruppen einnimmt. Gyula Viga 195

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