A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 44. (2005)

Rémiás Tibor: Az 1869-es népszámlálás Derenken (Egy lengyel telepes falu 19. századi társadalma)

in 2 Banden auf Polnisch veröffentlicht. Die systematische Zusammenfassung der Geschichte des polnischen Neusiedlerdorfes Derenk lieB fást 25 Jahre láng auf sich warten. Die Einwohner des in Nordostungarn liegenden Derenk, der früheren Dorfgcmeinde im Komitat Torna, sind wegen der groBen, landesweiten Pestepidemie von 1711 umgekommen. Die Einwohner von Derenk waren bis 1711 Ungarn. Nach der Pestepidemie, im Jahre 1715, war Derenk unbewohnt als eine adlige Gemeindc. Zipser Goralen wurden von den Eszterházy Fürsten in dem unbewohnten Dorf angesiedelt (Das Dorf war damals das herrenlose Gut des Szádvárer Herrschaftsguts von den Eszterházy Fürsten.)- Sie sind nach der Bekanntgabe der Steuerbegünstigung auch von alleine gekommen. Die Familien, die zwischen 1717 und 1720 gekommen sind, die entweder in Form organisierter Ansiedlung oder spontaner Niederlassung gekommen sind, waren eindeutig polnischer Abstammung. Das angesiedelte Arbeitervolk hat neben der Bewirtschaftung der unfruchfbaren und kleinen Ácker in der umliegenden, reichen Forstung Kohlenbrennerei und Holzgewinnung betrieben. Die Derenker Polen im 18. Jahrhundert sind eine der áltesten Nationalitáten in Ungarn, die fást über 300 Jahre láng ihre Kultur, ihre archaische Sprache und ihr ethnisches Bewusstsein bewahrt habén. In den Alltag der geschlossenen Gemeinde der polnischen Ethnie ist 1943 eine neue grundsátzliche Veránderung getreten. Der Gouvemeur Miklós Horthy wollte genau hier, in dem bei Derenk liegenden Wald, ein zusammenhangendes Jagdgebiet schaffen, wissend und oft erlebt, dass das Gebiet áuGerst reich an Wild ist, was den Derenkern, die als Wilderer gelten, auch nicht entgangen war. Die Übersiedlung oder Deplantation zwischen 1938 und 1943 versetzte die Derenker Polen mit den ertragreicheren Áckern in eine bessere finanzielle Lage, aber gleichzeitig rief das Verlassen des Heimatdorfes die Zerrüttung der Zusammenhörigkeit hervor. Die alteingesessene Bevölkerung des Dorfes fiel auseinander und die abgetragenen Háuser und sogar die Kirche wurden Mitte des tobenden Zweiten Weltkrieges mit Lkws und per Bahn nach Emőd-Istvánmajor (50 Familien), Ládbesenyő-Andrástanya (20 Familien) Sajószentpéter (etwa 20 Familien), Büdöskútpuszta (10 Familien) und weiter nach Ernőd, Szendrő und in die Slowakei transportiert. In Derenk standén 1938 80 Wohnháuser, aber das Ruinendorf wurde von der Natúr zurückerobert. Die Erdhügelchen von den Hausfundamenten sind aber hie und da noch erkennbar, sogar die Derenker Abkömmlinge, die das jáhrliche Kirchweihfest besuchen, können den Standort des Geburthauses ihrer Vorfahren exakt zeigen. Unser Ziel war, sowohl mit dieser Studie als auch mit der vorbereitenden historischen Monographie, dass die physische Auflösung der Siedlung nicht das Vergessen oder den Verlust der jahrhundertlangen Vergangenheit der polnischen Siedler in Derenk bedeuten soll. Wegen Platzmangels können wir in unserer Studie nur in die Quellén eines Jahrhunderts, in die des 19. Jahrhunderts, einen Einblick nehmen, insbesondere auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage der Derenker Bevölkerung. Aufgrund der nationalen Volkszahlung aus dem Jahre 1869 unterziehen wir die Bewohner von Derenk einer ausführlichen Prüfung. Es wurden nach dem Freiheitskampf von 1848-49 zwei nationale Volkszahlungen gehalten (1857 und 1869), derén Ziel die Registrierung der Bevölkerungszahl, der Konfessionszugehörigkeit und der Vermögensumstánde der steuerzahlenden Bürger war. In unserer Arbeit gibt es nur die Möglichkeit, ein Thema auszuarbeiten. Wegen seiner Vielfáltigkeit und Genauigkeit traf unsere Wahl auf die Volkszahlung von 1869. Zu dieser Zeit habén in Derenk schon 451 Personen gewohnt, die mit überwáltigender Mehrheit Römisch Katholiken waren. Tibor Rémiás 293

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