A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 43. (2004)

Csíki Tamás: A néprajz- és történettudomány kapcsolatának problémái a dualizmus időszakában és a két világháború között

R. Várkonyi Agnes 1973 A pozitivista történetszemlélet a magyar történetírásban. Budapest Viski Károly 1933 Tájékoztató. In: Bátky Zsigmond-Györffy István-Viski Károly: A magyarság néprajza I. 15, 25, Budapest Wellmann Imre 1947 Néprajz és gazdaságtörténet. Etnographia-Népélet, 1-11. DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN DER VOLKSKUNDE UND DER GESCHICHTSSCHREIBUNG IN DER ZEIT DES DUALISMUS UND NACH DEM ERSTEN WELTKRIEG Es ist sehr schwer, in den Rahmen einer wissenschaftlichen Studie über das Verhältnis zwischen der Volkskunde und der Gesellschaftsgeschichte zu schreiben. Einerseits, weil in der Volkskunde die auf die Gesellschaft gerichteten Fragen lange in den Hintergrund getreten wurden, beziehungsweise dominierten die auf die Kultur gerichteten Forschungen. Daneben blieb die ethnologische und antropologische Anschauung aus der wissenschaftlichen Entwicklung der ungarischen Volkskunde aus. Andererseit ist es darum schwer, über das Verhältnis zu schreiben, weil es in der ungarischen Geschichtsschreibung besonders wenige gab, die bevußt zu der Definierung der Gesellschaftsgeschichte gerieten. Wichtig ist dennoch darauf hinzuweisen, welche diejenige theoretisch-ideologischen Ziele und wissenschaftspolitischen Erwartungen es gaben, auf die beide Wissenschaftsgebit reflektieren mußte. Dann erforscht die Studie die Möglichkeiten der institutionellen Verhältnisse, die sich im Universitätsunterricht oder in der Stiftung der Zeitschriften realisieren konnten. Schließlich illustriere ich mit der Erwähnung einiger Verfasser die thematischen und methodischen beziehungen. Die Gründe der heimischen Volkskunde bildeten sich in dem Reformzeitalter aus, als in dem geistlichen Leben von Ungarn die Sprache, die Kultur und die Volkstradition in den Mittelpunkt gerieten. Das bedeutete, daß die Ethnographie adäquat theoretisch-wissenschaftlichen Argumente zu dem Typ der mittel-und osteuropäischen kulturnationalen Entwicklung bot. Gegenüber dem Modell der Kulturnation hat die Geschichtsschreibung des Dualismus dem Modell der Staatsnation gefolgt, wofür die historische-politische Einheit und Kontinuität des Staates am wichtigsten war. Infolgendessen hat in der Epoche des Dualismus ein scharfer-ideologischer Unterschied die Ethnographie und die Geschichtswissenschaft getrennt, was zur Langsamkeit der Institutionierung der Volkskunde führte, und was zu verständlich macht, warum die prähistorischen Forschungen von Arnold Ipolyi oder Pál Hunfalvy in der zeitgenössischen Geschichtsschreibung ganz unbekannt blieben. Wie hat sich die Lage nach dem Zerfall des historischen Ungarns verändert? Die wissen­schaftspolitische Rolle der Volkskunde hat sich aufgewertet, sogar aspirierte sie auf den Titel der nationalen Wissenschaft. Vor allem deshalb, weil sie im weiteren auch den kulturnationalen Traditionen folgte, und dadurch die kulturelle Einheit und Kontinuität des Ungarntums des ganzen Karpatenbeckens legalisieren konnte. Auf diesem Grund konnte die Ethnographie mit der Volkstumskunde eine geistigen Verwandtschaft finden. Die in dem neunzehnten Jahrhundert ausbildende Richtung hat in der neuen Situation nach Trianon den Begriff der Staatnation mit der Volksnation ersetzt, und hat die geographische, ethnische, beziehungsweise Siedlung- und Religionsverhältnisse des Ungartums geforscht. Tamás Csíki 537

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