A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 43. (2004)

Dobrossy István: Miskolc politikai arculatának alakulása az 1920-1939 közötti országgyűlési képviselő-választások tükrében

Pongrácz Jenő 1939 A zsidók közéleti és gazdasági térfoglalásának korlátozásáról szóló 1939. IV. te. és végrehajtási rendeletek Thurzó Nagy László 1965 Miskolci lexikon, XIX-XXXII. köt. Budapest (kézirat) Vázsonyi Vilmos 1927 Vázsonyi Vilmos beszédei és írásai, II. köt. 1914-1926. Budapest Zsedényi Béla 1929 Miskolc szellemi élete és kultúrája. Miskolc DAS POLITISCHE GESICHT VON MISKOLC, DAS SICH IN DEN PARLAMENTSWAHLEN ZWISCHEN 1920-1939 WIDERSPIEGELT Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Trianon wurde Ungarn im juristischen Sinn aufgelöst. In neuen politischen Grenzen musste mit dem Aufbau einer neuen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Staatsordnung begonnen werden. Die Regierung von Pál Teleki kündigte an, dass sie die Konsolidation mit neukonservativem Geist und in einem mit Aufgeschlossenheit den sozialen Fragen gegenüber zur Ausführung bringen wollte. Die für das Land allgemein typischen gesellschaftlichen Spannungen erforderten schnelle und wirksame Reformén. Infolgedessen wurde die Wirtschaft und die Sozialpolitik ausgewáhlt. 1920 kam das Gesetz des „numerus clausus" in die angedachten Hochschulreform, der vom Landgesetz gefolgt wurde. Die Regierung nahm Anfang 1921 das so genannte Ordnungsgesetz an, das für die Agitation und Umsturzorganisation und -aktion sogar die Todesstrafe auflegen konnte. Die Einführung und die Wirkung der Gesetze waren aber sehr verschieden. Die Landreform hatte keine erheblichen Veránderungen hervorgebracht. Anfangs wurde das Ordnungsgesetz benutzt, um die rechtsextremistischen Gruppén abzubauen, spáter wurden es den Kommunisten und den ungarischen Nazis (nyilasok), gegenüber einheitlich eingesetzt. Die Beurteilung des „numerus clausus" löste in der heimischen und internationalen Politik auch scharfe Debatten und extrémé Meinungen aus. Laut einer Aussage zielte der „numerus clausus" auf eine Verkleinerung der Reproduktion der Intelligenz auf Kosten der Juden ab. Laut einer anderen Annahme bedeutete er vielleicht eine Verletzung der Menschenrechte, aber es war keine kollektive Diskriminierung. So darf die bewusste Aufbereitung der spáteren Judengesetze auch nicht betrachtet werden. Wieder eine andere Intepretation besagt, dass die Beschránkungen des Gesetzes, die 1938 und 1939 rechtskráftig wurden, in den Debatten der Nationalversammlung verfasst wurden. Die gemachten Versuche, die Gesetze anzunehmen, sie spáter aufzulösen (1922) und zu modifizieren (1928), zeigen deutlich die gespaltene Meinung der Angehörigen der Gesellschaft, der politischen Partéién und der Nationalversammlung. Die für das Land allgemein typische Unsicherheit ging mit den Wahlen und der dadurch entstandenen Verschiebung nach rechts in der örtlichen Politik zusammen. Die Studie analysiert nicht den „numerus clausus", sondern das erste und zweite Judengesetz. Sie will auch nicht die örtlichen Exekutionen zeigen. Sie will aufdecken, wie sich in den sechs Parlamentswahlen zwischen 1920 und 1939 das politische Gesicht von Miskolc ánderte und wie sich die Ortswahlen in der Landespolitik widerspiegelten. Miskolc hat wáhrend der sechs Wahlzyklen 2-2 Vertreter ins Abgeordnetenhaus geschickt. Es gab alsó zwischen 1922 und 1935, vier mai einen Regierungsabgeordneten und ein mai einen oppositionellen Vertreter für die Stadt. Zwischen 1936 und 1939 verschoben sich auch in Miskolc die Wáhler nach rechts und die beiden Abgeordneten habén ohne Rückhalt das Regierungsprogramm unterstützt und damit auch die verabsehiedeten Judengesetze. 1943 fielen die Parlamentwahlen aus, spáter nach dem Krieg, im Dezember 1944, fing die neue Nationalversammlung in einer grundlegend anderen politischen Atmospháre mit ihrer Arbeit an. Zwischen den beiden Wahlen kam die in den früheren Jahren geahnte nationale Katastrophe zur vollen Entfaltung. István Dobrossy 417

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