A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 39. (2000)

GODA Gertrúd: Lehet-e kialakult Görgey-ikonográfiánk? Gondolatok Sidló Ferenc: Görgey Artúr (Görgei Arthur) miskolci szobra kapcsán

Seine authentischen Gesichtszüge werden an daguerreotypischen Aufnahmen bewahrt. Er hatte sanfte Züge, so konnte sich nur schwer eine nicht mehr biedermeierhafte klassizistische Darstellung über ihn herausbilden. Auf Gruppenbildern war er durch seine ständig getragene Brille erkennbar, die fast zu solch einem Attribut von ihm wurde, wie der Vollbart von Lajos Kossuth, (der übrigens auch nach ihm benannt wurde) und wie auch der Generalhut von József Bem. Auf den Gemälden, die seine ruhmreichen Schlachten verewigen, ist er - der Geschichte treu - an seinem roten Dolman und an seinem in der Hand geschwenkten Federhut zu erkennen. An seinem „offiziellen" General- und später seinem siegreichen Kriegsminister-Porträt ist er barhäuptig, auch mit Brille, doch bereits mit seinem Degen um den Leib gegürtet zu sehen, und er stemmt zufrieden seine rechte Hand in die Hüfte. Dies ist die einzige Geste, die bereits etwas auf den energischen Soldat hinweist. Görgey (1818-1916) wurde ein mit menschlicher Würde erlebtes langes Leben beschert. Nach der Waffenniederlegung sind verleumderische Spottbilder über ihn gemacht worden, doch kamen dann diese Angriffe um ihn zu Ruhe, und die zeitgenössischen Künstler verehrten ihn als den letzten überlebenden Helden und fühlten sich fast verpflichtet, ihn zu verewigen. (Alajos Stróbl 1881, Barnabás Holló 1898, Fü­löp László 1901) In den vergangenen 150 Jahren gab es Perioden, in denen die gerade aktuelle Politik durch ein neu erstelltes Görgey-Monument ihre eigene Konzeption unterstützte. Auch die ikonographische Herausbildung seines Bildnisses ist in diese Zeit zu legen, in der nicht mehr die Ähnlichkeit, sondern viel mehr die Festhaltung der Idee in den Vordergrund des Kunstwerkes rückt. Auf Aufforderung des Miskolcer Infanterieregiments im Jahre 1934 setzte Ferenc Sidló (1882-1953) das erste in der Reihe der Görgey-Denkmäler an öffentlichen Plätzen. Die Aktualität der Schaffung des kostspieligen Werkes lieferte die unsichere Lage der durch den Trianoner Beschluß abgetrennten Gebiete. Noch im gleichen Jahr wurde die Reiterstatue von Görgey in der Budaer Burg aufgestellt, die von György Vastagh angefertigt wurde. Doch den festen Charakter beschwörenden monumentalen Denkmälern war nach dem zweiten Weltkrieg die neue Geschichtsauffassung nicht hold, so verschwanden sie von den Plätzen der Öffentlichkeit. Restauriert (bzw. rekonstruiert) wurde im November 1997 in Miskolc ihrem ursprünglichen Platz nahe, doch bereits dem Portikus unseres Museums angepaßt, jene Büste aufgestellt, an der sich all das widerspiegelt, wofür der Dargestellte verehrt werden kann. Trotz dessen haben wir immer noch das Gefühl, daß es nicht gelungen ist, eine akzeptable Görgey-Ikonographie zu schaffen, und dies ist nur zum Teil eine künstlerische Mangelhaftigkeit, eher die Folge der sich ändernden Beurteilungen der Zeiten. Gertrud Goda 321

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