A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 39. (2000)
TARCZAI Béla: A tehetséggondozás miskolci modellje a két világháború között (emlékezés Tóth Zoltán Viktorra)
DAS MODELL DER TALENTENPFLEGE IN MISKOLC, ZWISCHEN BEIDEN WELTKRIEGEN HOMMAGE A TÓTH ZOLTÁN VIKTOR Nach dem ersten Weltkrieg, in zerstümmeltem, wirtschaftlich ruiniertem und auch moralisch in Hoffnungslosigkeit untergegangenem Ungarn, führte der damalige Minister für Religion und Unterrichtswesen, Klebeisberg Kunó, 1922-1931 eine neue Kulturpolitik ein. Diese hiess, dass Ungarn sein Prestige in dieser Lage, nur duch Verstärkung der geistigen Kräfte wiedererwerben kann. Deswegen unterstützte er zielbewusst die Wissenschaften, die Künste, das Volksbildungswesen und die Institutionen, die auf diesen Gebieten fungierten. Er lag besonderes Gewicht auf die Entdeckung junger Talenten, die ohne irgendwelche Unterstützung nicht in die Mittelund Hochschulen kommen könnten. Vorangehend dem staatlichen Programm und davon ganz unabhängig fing ein junger katholischer Priester, namentlich Tóth Zoltán Viktor, 1915 mit Hilfe der Dorrpfarrer und Lehrer die begabten jungen Schüler auszusuchen, und fur die Auserwählten die Bedingungen zur Schulung in den Mittelschulen in Miskolc zu sichern, in Rahmen eines Jugendverbandes, der den Namen des heiligen Alois Gonzaga, des Patrons der Jugend aufnahm. Ab 1915 bis 1944 sorgte der Verband für etwa 2000 Schüler, die denn fast alle die Hochschulen erfolgreich absolvierten. Die Schützlinge erhielten nicht nur materielle Versorgung - Unterkunft, Verpflegung, Kleidung usw. mit Hilfe der grossmütigen Bürger der Stadt und des Landes, sondern wurden sie auch seelig gepflegt und zur Herausforderungen des alltäglichen Lebens vorbereitet. So konnten die Sankt Alois-Studenten im Beruf und in der Gesellschaft geachtete Stellen belegen. Der Verfasser erinnert sich mit dieser Studie an den Priester, der 22 Jahre lang den Verband mit opfermutiger Seele leitete, und die Bahn für 2000 junge Talente zu Fortkommen ebnete. Béla Tarczai 309