A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 38. (1999)

VERES László: A pincetokba való palack – Egy elfelejtett üveg kultúrtörténete

DIE INS FLASCHENFUTTER GEHÖRENDEN FLASCHEN (Die Kulturgeschichte einer vergessenen Flasche) Noch Anfang des 19. Jahrhunderts war es in Ungarn Brauch, daß die wohlhabenderen Schichten bei einer längeren Reise in speziellen Aufbewahrungsmitteln Wein mit auf den Weg nahmen. Der Name dieses Aufbewahrungsmittels hieß Flaschenfutter. Das Flaschenfutter war eigentlich ein Kasten mit Deckel, der in 2-4-6 Fächer geteilt war und in diese Fächer kamen die prismaförmigen Flaschen, sogenannte ins Flaschenfutter gehörende Flaschen. Das Flaschenfutter und die ins Flaschenfutter gehörenden Flaschen kamen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Mode. Beim hinterbliebenen gegenständlichen Erinnerungsmaterial sind schon vom Ende des 17. Jahrhunderts stammende, mit Kunstgravierungen oder Ölbildern verzierte Stücke zu finden, die oft mit dem Wappen oder Monogramm der Eigentümer versehen waren. Die Herstellung der ins Flaschenfutter gehörenden Flaschen wurde in den Glasbläserwerkstätten besonders vom 18. Jahrhundert an charakteristisch. Im nördlichen Teil Ungarns und in Siebenbürgen zählten sie zu den eigentümlichen Produktarten der Hütten, während in Westungarn und Transdanubien solche Flaschen nur gelegentlich hergestellt wurden. Das Gravieren und Malen wurde bei der Verzierung der Flaschen im 19. Jahrhundert charakteristisch. Bei den meisten Stücken des Erinnerungsmaterials kann eher eine sogenannte optische Verzierung, die die Wirkung von Licht und Schatten erhöhte, beobachtet werden. Die optische Verzierung wurde durch das Einfurchen der Wände der Glasfabrikationsformen, durch Ver- und Austiefungen an festgelegten Punkten erreicht. Die ins Flaschenfutter gehörende Flasche wurde im verlauf der Zeit von ihrem Aufbewahrungsort getrennt und entwickelte sich zur selbstständigen Zierflasche, die zwischen den repräsentativen Gegenständen der Haushalte verwahrt oder als erste Flasche zur Weinabfüllung verwendelt wurde. Die prismatischen Flaschen können als Vorgänger der walzenförmigen Flaschen aus Tokaj-Hegyalj a und dem im Matragebirge liegenden Weingebiet von Eger betrachtet werden. Da die Herstellung der ins Flaschenfutter gehörenden Flaschen durch das Blasen in Formen erfolgte, konnte auch die beständige Form und ihr Volumen gewährleistet werden. Von hieraus war es nur noch ein Schritt zu den ebenfalls in Formen hergestellten walzenförmigen Flaschen, die weniger zerbrechlich, zum Transport und auch für den Handel in Flaschen geeigneter waren. Diese Studie beschreibt den Herstellungsvorgang der ins Flaschenfutter gehörenden Flaschen, die Herstellungsorte, sowie die Eigentümlichkeiten bei den Verzierungen der Produkte. László Veres 761

Next

/
Oldalképek
Tartalom