A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 38. (1999)

BENCSIK János–HAJDÚ RÁFIS János: A lovas kocsi a mezőkövesdi parasztgazdák kezén

bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Mezőkövesd. Mit dem Studium der Familie erhalten wir auf zahlreiche Fragen eine Erklärung. Diese Schicht war von einer starken lokalen Endogamie und weiterhin durch eine materielle und religiöse Trennung bei der Partnerwahl gekennzeichnet. Anhand der ausgewählten „guten Herren"-Familie kann oben erwähnte starke Bereitschaft zur Trennung beim wohlhabenden Kövesder Bauerntum bewiesen werden. Die Ahnen der Familie Hajdú Ráfis spielten immer in führenden Körperschaften oder anderen leitenden Gemeinschaften (Genossenschaften, Vereinigungen) eine Rolle. Mit ihrem Fleiß, charakteristischen Lebensweise und Gewohnheiten repräsentieren sie gut das Matyótum, dessen führende, vermögende Schicht. Im dritten Teil dieser Studie beschäftigen wir uns mit den charakteristischen Bauern Ungarns und innerhalb dieses Themas mit den in den Händen des Matyótums befindlichen Bauernfuhrwerken (dem Pferdewagen). Der Pferdewagen (bzw. das Einspannen und Einjochen der Pferde) gehörte zur Ordnung der Feldmarknutzung des über eine große Mark verfügenden Marktfleckens. Durch das Fehlen der Eisenbahn und Wasserwege war die Anwendung des Pferdegespanns notwendig. In der stark zergliederten Kövesder Feldmark wäre der Ackerbau auf den in unzählige Stücke geteilten Familiengütern ohne Pferdewagen undenkbar gewesen. Gerade deshalb wurde dem Pferdewagen in Mezőkövesd eine solche Bedeutung zugemessen. Im 20. Jahrhundert, besonders aber nach dem ersten Weltkrieg herrschte der leichte, aber stark beschlagene Pferdewagen vor. Zwischendurch erlangte auch auf diesem Gebiet die Veranlagung des Matyótums zur Verzierung Geltung, was sich bei den Beschlägen, den Schnitzereien der Wagen und auch beim Pferdegeschirr zeigte. Das dritte Kapitel der Studie stützt sich auf das Material des Museums für Landmaschinen (Mezőkövesd), aus welchem auch das gezeichnete Illustrationsmaterial stammt. Es scheint, daß auch auf diesem Gebiet die Verzierungslust der Kövesder Bauernwirte geltend wurde und die Verehrung der verzierten Wagen, die Achtung vor der Arbeit und des arbeitsamen Lebens in ihre Bräuche überging. Die Mentalität der Matyóbauern basiert auf einer musterhaften Verrichtung der landwirtschaftlichen Arbeit. Sie zeichnet sich in der entsprechenden Lebensführung des Glaubens, in einer gewissenhaften und genauen Arbeitsverrichtung in jedem Beruf aus. Besonders wichtig war die rechtzeitige Verrichtung der landwirtschaftlichen Arbeit und bei der vom Frühjahr bis zum Herbst ständig aufeinanderfolgenden Feldarbeit galt die Sorgfältigkeit als sehr wichtige, maßgebende Tat. Das Anhäufen der Werte, die Vergrößerung des Gutes (sei dies der Viehbestand oder das Ackerland) stellte einen Maßstab dar, der einzelne Mitglieder der Gemeinschaft hervorheben konnte. Deshalb waren nur diejenigen vorbildliche, wünschenswerte Schwiegersöhne oder Schwie­gertöchter, die ihr Leben, das Leben ihrer Umgebung gemäß den Normen der Gemeinschaft führten. Die Lebensanschauung und Lebensführung der Matyóbauern war sparsam und offenbarte sich niemals auf verschwenderische Weise. Der Wagen der Bauern ist ein gutes Beispiel dafür, welches Maß bei der Produktion geltend war, denn der Wagen (das Fuhrwerk) war für das Matyótum nicht nur ein Lastenbeförderungs- und Verkehrsmittel, sondern stellte gleichzeitig ein Repräsentationsmittel, die Offenbarung des wohlabenden Standes dar, der wohlgewartete Wagen, das gepflegte Pferd und saubere Geschirr waren alles Teile der Bauernschneidigkeit, der Matyókriterien. In den Augen der Gemeinschaft hatte nur derjenige eine Ehre, der gemäß den Gemeinschaftsnormen lebte und arbeitete. János Bencsik-János Hajdú Ráfis 1009

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