A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 38. (1999)

NOVÁK László: Gömör megye településnéprajzi viszonyai

heraus. Demzufolge macht eine Siedlung nicht allein den Innenbereich, sondern auch die dazugehörige Gemarkung aus. Auch nach Aufhebung des Urbarialrechts Mitte des 19. Jahrhunderts behielt die freie bäuerliche Grundstückordnung weiterhin die herkömmliche Siedlungsstruktur bei bis hin zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Siedlungen von Gömör bestanden typischerweise aus schmalen aneinander gereihten Grundstücken. In breiteren Talstreifen und Becken bildeten sich auch Siedlungen mit mehreren Straßen, zuweilen auch Haufendörfer heraus. Die einzelnen Grundstücke wurden in Längsform bebaut, das heisst, am Rande des Grundstückes wurden das Wohnhaus mit Schuppen, Stall, Remise, Schweinekoben und Speicher in einer Reihe errichtet. In den meisten Siedlungen baute man den Speicher quer zum Grundstück gleichsam als Abschluss des Hofes. Am Ende des Grundstückes befand sich der Obstgarten. Da hier meistens Großfamilien lebten, gab es auf einem Grundstück mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Oft wurde das Grundstück an beiden Seiten bebaut (das nannte man gemeinsamen Hof)­Da die Leibeigenen aufgrund des Urbarialpatents zu weitläufigen Grundstücken gelangt waren, besaßen sie dementsprechende Bauernhöfe und Gärten im Dorfmittelpunkt. Von der Funktion her zeigten die Grundstücke eine Einheit. Es kam nicht zu Aufteilungen. In den dichter besiedelten Marktflecken, wie z.B. in Rimaszom­bat, wurden das leicht enrflammbare Futter und das Vieh außerhalb der Stadtgräben, vor den Toren der Stadt untergebracht. An einigen Orten, z.B. in Kelemér, fanden auch die Vorratsmieten ihren Platz außerhalb des Dorfes. Die getrennte Unterbringung der Getreideernte bedeutete eine von der Funktion her teilweise Teilung des Siedlungszentrums. Der wenige Gemeindeacker und dessen Bearbeitung im Fruchtwechsel verhinderte die Herausbildung von Landwirtschaftszentren in der Gemarkung, den sog. Einödhöfen. Im nördlichen Teil von Gömör, auf den hochgelegenen Weiden der Landschaft Garam stand die Herausbildung von Landwirtschaftszentren (láz, kosár) mit der Schafhaltung in Zusammenhang. In den südlichen Gebieten von Gömör begünstigte das Klima den Weinanbau. Demzufolge entstanden in weiter entfernt zom Dorf liegenden Weingärten Keller, in denen der Wein verarbeitet und gelagert wurde (z.B. Ragály), was wiederum eine ganz spezifische funktionelle Teilung des Siedlungssystems zur Folge hatte. László Novák 926

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