A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 38. (1999)
PIRINT Andrea: Moholy-Nagy László és a kubizmus
LÁSZLÓ MOHOL Y-NAGY UND DER KUBISMUS In den ungarischen Sammlungen finden sich nur wenig Gemälde von László Moholy-Nagy. Umso stolzer war das Ottó Herman Museum zu Miskolc darauf, weil es glaubte, sogar zwei Gemälde von László Moholy-Nagy sein eigen nennen zu dürfen. Es stellte sich jedoch die Frage, ob es sich hierbei um echte Werke oder um zwei der zahlreichen Moholy-Nagy-Fälschungen handelt. Zusammen mit der Petró-Sammlung gelangten 1977 die Ölgemälde „Komposition 8" (Inventarnr.: HOM P.77.280.) und „Komposition 10" (Inventarnr.: HOM P.77.281.) in Obhut des Museums. Sollte es sich um echte Werke des Meisters handeln, so lassen sie sich nur in seine Periode um 1920 einreihen. „Komposition 8" zeugt von der Wirkung der zweiten Epoche des Kubismus. Das am offensichtlichsten kubistische Element dieses Gemäldes ist das Gitarren-Motiv. Bei einer Untersuchung der in der fraglichen Periode seines Lebenswerkes entstandenen Stücke sowie im Verlauf der Aufdeckung der theoretischen räumlichen Beziehungen zwischen László Moholy-Nagy „Komposition 8" nicht von ihm stammt. „Komposition 10", die die Kenntnis des 1924 aufkommenden Surrealismus voraussetzt, halten wir ebenfalls für eine Fälschung. Die Malerei von Moholy-Nagy war von 1922 an durch geometrische Abstraktion geprägt. Der Einfluss des Surrealismus lässt sich höchstens bei einigen seiner Fotoplastiken ahnen, jedoch auch hier nicht eindeutig. Die Konklusion der vorliegenden Studie ist die traurige Tatsache, dass wir leider kein echtes Werk von László Moholy-Nagy besitzen. Andrea Pirint 885