A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 37. (1999)

WOLF Mária: A földvárkutatás jelenlegi helyzete, a borsodi földvár

Archäologie mit ihren oft - tatsächlich - unsicheren Datierungsmöglichkeiten bei diesem Thema nicht gebührendermaßen mitreden kann. Ich selbst begann zu dieser Zeit mit der Freilegung der Borsoder Erdburg, die heute eine der letzten, auf unbedautem Gelände befindliche, also gut erforschbare Gespanburg in Ungarn ist. Die Borsoder Erdburg befindet sich nördlich von Miskolc in ungefähr 30 km Entfernung am Ufer des Flusses Bódva, auf einem flachen Felshügel. Der Hügel erhebt sich ca. 15 m über dem Wasserspiegel des Flusses und die Schanzen der Burg umgaben einst einen 205x105 m großen Palast. Die Burg wird zuerst von Anonymus erwähnt: sie wurde zur Zeit der Landnahme vom Anführer Bors gebaut. Dementsprechend hielt die frühere Forschung die Borsoder Burg für ein Bauwerk aus der Zeit der Landnahme, deren Aufgabe der Granzschutz war. Demgegenüber war György Györffy der Ansicht, daß die Burg zur Zeit der Staatsgründung entstand und den Namen von ihrem damals lebenden ersten Gespan erhielt. Ihre Grenzschutzrolle wird aber auch von ihm hervorgehoben. In der Burg erfolgte 1926 eine kurze Ausgrabung. Mit den auch heute noch laufenden Freilegungsarbeiten wurde 1987 begonnen. Zwischen 1988-90 durchstachen wir die Schanze an zwei Stellen und konnten dadurch zwei Bauperioden beobachten. In der ersten Periode bildet die zur Verstärkung der Schanze dienende Holzkonstruktion ein dichtes Gitter. Eine ähnliche Konstruktion ist bei der Architektur der Erdburgen in Ungarn bisher nicht bekannt. Die Fachwerk­konstruktion der zweiten Periode aber ist allgemein verbreitet. Beide Perioden der Schanzen stammen anhand der hier freigelegten Funde aus dem Ende des 10. Jahrhunderts, dem Anfang des 11. Jahrhunderts. Bei der Freilegung des Burginneren fanden wir Häuser und freistehende Öfen einer Siedlung aus dem 10. Jahrhundert. Die Häuser der Siedlung waren abgebrannt und unter den Trümmern befanden sich ihre Einrichtungen, irdenes Geschirr, landschaftliche Geräte und einfache Schmuckgegenstände. Ein besonderer Fund der Siedlung ist ein Gabäude mit Steinfundament, das vermutlich der Wohnsitz eines Anführers der Gemeinschaft war. Aufgrund der ausführlichen Untersuchung des freigelegten, sehr reichen Fundmaterials sind wir der Meinung, daß das Dorf um die Mitte des 10 Jahrhunderts vernichtet wurde. Da sich die Objekte dieser Siedlung auch unter den Schanzen fortsetzen, ist es offensichtlich, daß sie nicht zusammengehören können. Die Siedlung aus dem 10. Jahrhundert war nicht von den Schanzen umgeben. Die den Gespansitz schützenden Schanzen wurden zur Zeit der Staatsgründung auf den Ruinen der Siedlung, zum Teil unter deren Verwendung gebaut. Die große Kirche, die auf der nordöstlichen Seite des Burginneren freigelegt wurde, kann wohl mit Sicherheit als der Überrest einer zum Gespansitz gehörenden Dechantenkirche betrachtet werden. In dieser und auch in ihrer unmittelbaren Umgebung konnten keine Grabstätten entdeckt werden, das einzige, in zweitrangiger Lage befindliche Grab befand sich neben dem außerhalb der Kirche liegenden Altar. Unter den Trümmern der Kirche kam ein Denar König Sala­mon (1063-1074) zum Vorschein. Die bisherige Freilegung der Borsoder Erdburg brachte uns dem Wissen um die Gespanzentralen in der frühren Arpadenzeit näher und gab zahlreiche Antworten auf die Fragen, die während der Forschung der Erdburgen aufgetaucht waren. Es bestätigte sich, daß die Burg im 11. Jahrhundert gebaut wurde und keine Vorgeschichte aus dem 10. Jahrhundert hat. Die zur Gespanzentrale gehörenden Gebäude befanden sich im Inneren der Burg. Die Zentrale aus dem 10. Jahrhundert und die Gespanburg liegen zwar am gleichen Ort, haben aber keine Verbindung miteinander. Ich bin überzeugt davon, daß 327

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