A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 37. (1999)

VÖRÖS István: Tengőd-Hékútpusztai honfoglalás kori sírok lovai

Im 4. Grab lag neben der linken Schulter des menschlichen Skelettes, am fuß der nördlichen Grabwand das dext. Femur eines Rinderkalbes. Das Lebensalter des Kalbes betrug 8-10 Monate, seine kalibrierte Risthöhe 75-80 cm. Bei den Gräbern aus der Zeit der Landnahme zählt das aus dem Schulterblatt (Humerus), dem Schwanzstück (Pelvis) oder der Keule (Femur) eines Rindviehs bestehende Speiseopfer zu einer Seltenheit. Bisher war dies aus folgenden Orten bekannt: Karos II. (Vörös 1996), Algyő (Vörös 1997a), Przemysl (Zakrzewska 1978, Koperski 1996), Hékút, Győr-Pósdomb, Ártánd­Nagyfarkashügel (Ausgrabung von Károly Mesterházy), Ibrány-Esbóhalom (Ausgrabung von Eszter Istvánovits). Die landnehmenden Ungarn legten das Speiseopfer meistens neben den Kopf/die Schulter des Verstorbenen. Im Gegensatz zu den Awaren, die 90-95% des Speiseopfers neben die Oberschenkel/das Unterbein/die Füße und/oder dazwischen legten (Vörös 1997c). Die Schulterblatt- oder Keulenteile der Rinder und Pferde wurden vermutlich in rohem Zustand in die Gräber gelegt und können als Opfergabe, als Begräbnisopfer betrachtet werden. Aufgrund der Grabposition der Pferdeüberreste im 4. Grab von Hékút handelt es sich von den zwei Haupttypen der partikularen Reiterbestattungen um die Variante ohne Pferdehaut. In diesem Falle kam nur der abgeschnittene Kopf, die unteren Beinteile und eventuell der abgeschnittene Schwanzteil ins Grab oder in die auf dem Grab ausgehobene Grube. Das im 3. Grab befindliche Pferd wurde durch einen Schlag auf die Stirn getötet. Die Bestattung im 4. Grab mußte aufgrund der Moralität des Kalbes und Pferdes in der Zeit gegen Winterende stattgefunden haben. Bei den Zügeln handelt es sich um zweigliedrige, gelenkige Eisenzäume mit zwei Ringen (1+1) und asymetrischen Zügelgliedern. Die Gurtschnallen sind schmal. Im 3. Grab befanden sich ein runder, geohrter und ein ovaler, geohrter Steigbügel aus Eisen. Im 4. Grab lag ein geohrter, kegelförmiger Eisensteigbügel und 2 Stück Knochenbesätze für Steigbügel, die vermutlich zu Holzsteigbügeln gehörten. István Vörös 313

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