A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 35-36. (1997)

HÁLA József–LANDGRAF Ildikó–SZÉKELY Kinga: Az aggteleki Baradla-barlang mondái

II. 1. Die Führer erzählten folgende Sage über die Entstehung der Baradla. Auf einem benachbarten Felsen stand in uralten Zeiten die Burg eines mährischen Ritters, Tvartko (allerdings lebten hier vor der Eroberung durch die Magyaren nur Slaven, die heute erst einige Meilen nördlicher beginnen), von der jetzt freilich kein Stein mehr übrig ist. Tvartko war ein berüchtigter Wegelagerer; seine Burg ein weithin gefürchtetes Raubnest, seine Knechte, der Abschaum aller rohen, wüsten Gesellen, behandelten Burgherren und Landsassen ringsum mit gleicher Frechheit. In dem Dorfe Aggtelek lebte zu jener Zeit eine arme Witwe mit ihrer ungemein schönen Tochter, der Schwarzäugigen Christine. Der Räuber entbrannte in wilder Leidenschaft für das reizende Mädchen und befahl der armen Witwe, ihr schönes Kind auf sein Schloß zu schaffen. Wortlos vor Schreck kehrte die Mutter heim, rathlos theilte sie der schon für verloren Gehaltenen den entsetzlichen Befehl des übermächtigen und zügellosen Zwingherrn mit. Weinend erzählt die unglückliche ungesäumt ihrem Geliebten, einem Schäfer, der seine Heerde auf dem Berge weidete, was sie unabwendbar bedrohe. Die Liebe macht erfinderisch. Der Schäfer rieth ihr, sie möge sich sogleich mit ihrer Mutter ohne Licht in eine kleine, aber dunkle Höhle am Fuße des Berges verstecken, er selbst wolle um Mitternacht nachkommen, vielleicht gelänge es ihnen des Nachts gemeinsam zu entfliehen. Alles geschah wie verabredet. Tvartko aber, empört über das Ausbleiben Christinens, ließ Abends das Haus der Witwe und, als er dies leer fand, das ganze Dorf durchsuchen. Umsonst! Nach allen Seiten zerstreuten sich die Knechte mit Fackeln, doch vergebens. Da raunte eine alte Hexe dem Räuber ins Ohr, er möge die Flüchtlinge in der Baradla suchen. Mit wilder Freude warf er der Alten einen Beutel mit Gold zu, und auf und davon ging die wilde Jagd gegen die Berghöhle. Ergrimmt schwur er Mutter und Tochter Folterqualen, dem frechen Schäfer den Tod am Galgen zu. Schon sahen die Flüchtlinge mit pochendem Herzen den Wald von Fackeln durchleuchtet, und hörten das rohe Jauchzen der Knechte. Mit heißer Inbrunst flehten sie Gott um ein Wunder zu ihrer Rettung. Schon hörten sie das tückische Lachen des Zwingherrn an dem Eingange der Grotte, da Stürzte mit Donnergeprassel eine Felswand hinter ihnen ein, ein endloser Gang wurde sichtbar, und Tausende von Johanniswürmchen leuchteten ihnen entgegen. Geflügelte Dankgebete auf den Lippen eilten die drei mit leichten Füßen den dienstfertig voranfliegenden Leuchtkäferchen nach, doch mit dem Wuthgeschrei getäuschter Erwartung stürmten Tvartko und dessen Knechte ihnen nach. Von Fels zu Fels ging der Wagesprung der Verfolger, die mit lauter Stimme bald den Namen der Füchtlinge, bald Flüche und Drohungen ausstießen. So ungestüm hatte die Verfolger blinde Leidenschaft vorwärts getrieben, daßs sie zu spät bemerkten, wie die Fackeln herabgebrannt seien und Keiner von ihnen den Ausgang aus der tiefen, vielgewundenen Höhle finden könne. Schaudernd gab Tvartko den Befehl zur Rückkehr; zu spät! eine Fackel verlosch nach der andern, bald waren alle lebend begraben! Furchtbar erscholl nun das Angstgeschrei der Verzweifelten; Gebete wechselten mit Verwünschungen gegen Gott und die Welt; wahnsinnig geworden, zerfleischten die Einen mit fürchterlichem Gebrüll die eigenen Arme, Andere krochen mit leisem Weinen auf den Felsen umher, bis sie zerschellt in Abgründe stürzten. Noch Andere warfen sich auf Tvartko und zerbrachen und zerschlugen seine Glieder mit Fäusten und Steinen; sie selbst aber verendeten in dumpfem Hinbrüten über der Leiche ihres Herrn. So fand man sie, als die Dorfbewohner den entsetzlichen Lärm und das Wehgeschrei nicht mehr hörten und sich mit vielen Fackeln in die Höhle wagten, im dichten Knäuel todt übereinander. Christine war mit ihrer Mutter und dem Schäfer durch die Höhle in ein anderes Komitat gelangt, wo sie bald des Hirten geliebtes Weib ward. - Sehr alte Leute hörten in ihrer Jugend von den Ältesten im Dorfe jenen Weg schildern, heute kennt ihn Niemand mehr. - Die zurückgebliebenen Diener theilten sich in die Habe ihres Herrn und zerstreuten sich; die verödete Burg aber zerfiel allmälig in Trümmer. 2. A Baradla keletkezéséről a vezetők az alábbi mondát mesélték el nekem. Egy szomszédos sziklán az ősidőkben egy morva lovag, Tvartko vára állt (a magyarok hódítása előtt itt csak szlávok éltek, akik ma né­hány mérföldre északra kezdődnek), amiből mára természetesen egyetlen kő sem maradt. Tvartko hírhedt útonálló, vára messze földön rettegett rablófészek volt, szolgái, mindenféle vad, féktelen fickók söpredéke, egyforma arcátlansággal bántak a környék földesuraival és parasztjaival. Aggtelek faluban abban az időben élt egy szegény özvegyasszony ritka szép leányával, a fekete szemű Krisztinával. A rabló vad szenvedélyre lob­bant az igéző leány iránt és megparancsolta az özvegynek, hogy szép gyermekét vigye a kastélyba. A rémület­95 Schwab, E. 1865. 71-74. 726

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