A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 33-34. (1996)

LÉNÁRT Béla: Népiskolák Borsod megyében (1867-1918)

vorgeschriebenen Schulpflicht überall Genüge zu leisten. An Volksschulen mangelte es zahlenmäßig wie auch qualitativ sowohl auf dem Lande wie auch in den Städten, so z.B. auch in Miskolc. Die Erhaltung, Erweiterung und Modernisierung des Volksschulnetztes war Aufgabe der Kostenträger. Zu Beginn des Zeitabschnitts gab es nur kirchliche Träger, ein Pluralismus auf diesem Gebiet trat erst mit den achtziger Jahren ein, wobei die Kirche aber die Dominanz behielt. Was die Kostenträger angeht, gab es folgende Schultypen: a) konfessionelle, und b) staatliche Schulen, c) Gemeindeschulen und d) Schulen von Vereinigungen sowie e) Privatinstitutionen. a) Anfangs wurden die Schulen von den Kirchen noch durch die Beiträge ihrer Gemeindeglieder sowie durch die Nutzung anderer Einkünfte der Kirche finanziert. Später sicherte der Staat aufgrund der Verarmung der Kichen in immer stärkerem Maße staatliche Zuschüsse für den ungestörten Betrieb der Schulen. b) Der Staat übernahm nicht in erster Linie die Schaffung von Schulen, sondern baute vielmehr ein System zur staatlichen Unterstützung der vorhandenen Schulen aus. Daher blieb die Zahl staatlicher Schulen relativ niedrig. Zu Schulgründungen kam es nur in unausweichbaren Konkurssituationen. Die großen staatlichen Schulen waren beispielgebend. c) Die Gemeindeverwaltungen durften 5% der Gemeindesteuern für Bildungszwecke in ihrer Siedlung verwenden. Auch hier bedeutete dies nicht die Schaffung neuer Schulen für die Gemeinden, sondern in erster Linie eine Unterstützung der Träger schon vorhandener Institutionen in finanziellen Schwierigkeiten. Erst in letzter Instanz wurden neue Gemeindeschulen geschaffen (Miskolc), wobei auch in diesem Falle die Möglichkeiten eines Zusammenwirkens mit staatlichen Stützen und anderen Trägern genutzt wurden. d) Schulen von Vereinigungen wurden von den Firmen der Region mit großem oder mittlerem Kapital gegründet, um die Schulbildung der Kinder der bei ihnen beschäftigten Arbeiter zu unterstützen. In ihrer reinen Form waren Schulen dieser Art nur selten anzutreffen, weitaus häufiger wurden sie vom Staat und von den Gemeinden gemeinsam getragen. Diese großen Vereinigungsschulen hatten ein hohes Niveau. e) Die Privatschulen spielten keine besondere Rolle, gegen Ende der Epoche waren sie aus dem allgemeinen Bildungswesen völlig verschwunden. Zusammenfassend darf festgestellt werden, daß die Verwaltungen, die Träger, die Einwohnerschaft, der Staatshaushalt sowie die Selbstverwaltungen, die an der allgemeinen Bildung im Komitat interessiert waren, im Ergebnis der Kraftanstren­gungen zum Ende der Epoche hin ein Schulnetz ihr eigen nennen durften, das imstande war, die Vorschriften der die allgemeine Bildung regulierenden Gesetze und Verordnungen zu realisieren. Die sich im Anschluß hieran entfaltende inhaltliche sowie qualitative Entwicklung wurde in ihrem Weg durch den ersten Weltkrieg jedoch tragisch unterbrochen und zurückgeworfen. Ebenso unentbehrlich und wichtig wie das Vorhandensein einer materiellen Infrastruktur in der allgemeinen Bildung ist auch die Tatsache, daß hier Menschen tätig sein müssen, die eine hohe Ausbildung besitzen und ihr Handwerk ausgezeichnet verstehen. So wird im zweiten Teil der Studie naturgemäß auf den Probbmkreis der Volksschullehrer eingegangen. Hierzu ein paar Anmerkungen. Die Anzahl an Volksschullehrern paßte sich im Komitat Borsod dem zahlenmäßigen Anstieg von Schülern der Volksschulklassen relativ 407

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