A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 30-31/2. (1993)

SIMON László: Kőpakolásos temetkezések a biatorbágyi avar temetőben (előzetes jelentés)

BESTATTUNGEN MIT STEINSETZUNG IM AWARISCHEN GRÄBERFELD VON BIATORBÁGY (Resümee) Im Herbst 1991 legten Mitarbeiter der Museendirektion des Komitats Pest bei einer Rettungsgrabung in Biatorbágy (Komitat Pest) frühbronzezeitliche Siedlungsspuren so­wie 429 Gräber eines awarischen Gräberfeldes frei. Die vorliegende Studie stellt einen vorläufigen Bericht über das vom 3. Drittel des 7. Jh. bis zum Beginn des 9. Jh. benutzte awarische Gräberfeldteil dar, unter besonderer Bezugnahme auf die Bestattungen mit Steinsetzungsritus. Die zeitlich früheste Gruppe der zum Großteil ausgeraubten Gräber wird durch die Gürtelgarnitur aus Grab 138 - aus Silber mit Bronzeeinlagen gefertigt, gepreßt, schild­förmig, mit Peltenmuster - sowie die aus Grab 270 stammende Gürtelgarnitur ähnlicher Technik und Form mit Pflanzenmotiv (Lebensbaum?) vertreten (Abb. 16 u. 21). Die re­ichsten Bestattungen waren die Reitergräber 76, 77 und 264 (Abb. 3-4, 13-14). Die um­gekehrt schildförmigen, länglichen Gürtelbeschläge aus vergoldeter Bronze des Grabes 264 gehören zusammen mit den Pferdegeschirrverzierungen mit Eisenphaleren bereits zum Fundmaterial vom Ende des 8.-Anfang des 9. Jh. Im Gräberfeld von Biatorbágy gelang es uns bei 25 Gräbern, den Bestattungsbrauch der Steinsetzung zu dokumentieren. Anhand der Steine, die sich vereinzelt an der Ober­fläche finden lassen, nehmen wir an, daß ihre Zahl größer gewesen sein dürfte. Aus der Unterbringung der Steine im Grab war kein System abzuleiten: sie kamen teils unmittel­bar unterhalb der Beobachtungsebene der Verfärbung (Grab 75,77,100), teils in mittlerer Höhe der Grube (Grab 166, 264, 295), fallweise am Boden des Grabes in Höhe des Ske­letts (Grab 116, 117, 125, 128, 253, 258, 312, 336, 375) zum Vorschein. Auch im Ver­hältnis zum Skelett war die Lage der Steine unterschiedlich, angefangen beim Schädel bis hin zum Fußende wurden sie überall gefunden. Aufgrund ihrer Lage innerhalb des Gräberfeldes (Abb. 22) sowie ihrer Funde kann nicht davon gesprochen werden, daß es sich um eine von den übrigen Gräbern abgegrenzte Gruppe handelt, und dies trifft auch auf ihre Chronologie zu. Am häufigsten kamen die awarenzeitlichen Steinbestattungen auf dem Gebiet der Keszthely-Kultur zum Vorschein, deshalb wähnten die Forscher im Ursprung dieses Ri­tus' einen Bestattungsbrauch der spätantiken Bevölkerung des 6.-7. Jh in der antiken Zi­vilisation Europas zu entdecken. Im spätawarischen Zeitalter bzw. im 9. Jh. tauchten die Gräber mit Steinsetzung auch weiter entfernt vom Stammgebiet der Keszthely-Kultur auf (Sopron-Présház telep, Sopronkőhida, Komárom-Hajógyár, Sebastovce, Biator­bágy). Allerdings kann zwischen der Bevölkerung der beiden Zeitalter noch nicht einmal auf dem Gebiet der Keszthely-Kultur eine direkte ethnische Beziehung angenommen werden, weshalb die Forschung nach dem Ursprung des Brauchs in mehreren Richtungen fortgesetzt werden muß. Behilflich ist uns dabei die Untersuchung, in welcher Form der Ritus in Erscheinung trat. Der Form nach lassen sich die Gräber mit Steinsetzung in zwei Hauptgruppen eintei­len: von einer vollständigen Steineinfassung kann dann gesprochen werden, wenn die Steine das Skelett vollständig umgeben und bedecken, von einer teilseisen Steineinfas­sung hingegen dann, wenn man auf oder über dem Skelett keine zusammenhängende Ste­inschicht findet. Im Prinzip kamen mit Ausnahme der Gräber 56, 57 und 75 des an der südlichen Festungsmauer von Keszthely-Fenékpuszta gelegenen Gräberfeldes in allen übrigen Steingräbern nur teilweise Steineinfassungen zum Vorschein. Die vollständige 167

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