A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 30-31/1. (1993)

K.VÉGH Katalin: A kistokaji honfoglalás kori temető

bildet. Beide Haarschmuckstücke müssen die Landnehmer aus östlichen Gebieten mitgebracht haben. 4(M2­44- 58­6ü Hier wurde nur eine einzige Münze gefunden: ein unter Ismail ibn Ahmed Emir im Jahre 906/907 geprägter Dirham. 65 Er war an der Perlenkette eines Kindes befestigt, das in Grab Nr. 53 bestattet war. (Bild 19, 53.1.). Unter den anderen Funden sind ausserdem die drei knöchernen Stich- oder Knüpfwerkzeuge (Bild 22, 68.3a-b., Bild 23, 15.) und das eine hörnerne Knüpfwerkzeug (Bild 23, 14.) erwähnenswert. Es ist recht selten, dass man diese Werkzeuge, die eigentlich zum Hirtentum gehören, an Bestattungsorten aus der Landnahmezeit antrifft. Wahrscheinlich sollten sie als un­heilabwehrend fungieren, als man sie den Toten beilegte. 100 Keramiken wurden in den Frauengräbern (Nr. 37 und 54.), die den Bestattungsorten aus dem 9-10. Jahrhundert ähneln, sowie vor allem aus Kindergräbern (Grab Nr. 53., 56., 59. und 65.) geborgen. 112 Zu den Waffen zählen die blattförmigen Pfeilspitzen (Bild 13, 27.2., Bild 21, 62.1., Bild 21, 67.2-3. und Bild 22, 68.1-2.), die zum Köcher gehörenden Eisenbandteile (Bild 24, 5-6.), der Säbel (Bild 24, 1.) und die Lanze (Bild 21, 67.1.). Das Grab Nr. 51 war ebenfalls aufgewühlt. Hier hatte man einen Reiter bestattet. Hier konnten zwei Steigbügel (Bild 19,51.1-2.), die verstreut vorkommenden Bruchstücke von Zaumzeug (Bild 24, 2-4.), eine Riemenschnalle (Bild 23, 18.), die alle zum Pferdezaumzeug gehörten, freigelegt werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte der Bestattungsort doppelt so viel Grabstel­len, wie jetzt aufgedeckt werden konnten. Von den 73 Gräbern waren 18 Mannen-, 15 Frauen- und 16 Kindergräber. Bei 24 Skeletten liess sich das Geschlecht nich mehr feststellen, da sie recht zerstört waren. Aufgrund des Fundmaterials lässt sich sagen, dass die Verstorbenen zur Mittelschicht unter den Landnehmern gehört haben müssen. Auffallend ist, dass unter den Gräbern die der Frauen die reichsten waren (Grab Nr. 4., 5., 24., 26., 34., 37. und 45.). Diese Erscheinung ist ähnlich wie bei anderen Bestat­tungsorten auch hier ein Beweis dafür, welch bedeutende Rolle und Platz die Frau einnahm. Das Alter des Bestattungsortes bzw. der aufgedeckten Teile wurde von uns von der Landnahme an bis zur Wende der sechziger-siebziger Jahre im 10. Jahrhundert festgelegt. Als Zeichen dafür, dass dieser Bestattungsort nicht mehr genutzt wurde, darf gerechnet werden, dass hier keine Haarreifen, die in S-Form enden und im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts auftauchten, aufgefunden wurden, ebenso wie die Gegen­stände, die auf eine spätere Zeit hinweisen könnten. Dieser Bestattungsort ist ein Beleg dafür, dass sich die landnehmenden Ungarn in der Umgebung vonKistokaj aufgehalten haben. Katalin K. Végh 103

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