A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 28-29. (1991)
RÉVÉSZ László: Készenléti íjtartó tegezek a magyar honfoglalás kori sírokban
1990. Vezérek, harcosok, szolgák. Honfoglalás kori temetők Karoson. In: Etelközből a Kárpát-medencébe. (Kiállítási katalógus) Debrecen 1990a. Voltak-e nagycsaládi temetői a honfoglaló magyaroknak? MFMÉ (Sajtó alatt) Szőke B., 1941. Honfoglalás kori magyar sírok Naszvadon. FolArch 3-4. K. Végh K., 1970. Honfoglalás és kora Árpád-kori sírleletek a miskolci múzeumban. HÓMÉ 9. Zichy L, 1917. A honfoglalás kori tegez és keleti kapcsolatai. Túrán KÖCHER FÜR BOGEN IN BEREITSCHAFTSSTELLUNG AUS GRÄBERN DER UNGARISCHEN LANDNAHMEZEIT In Grab 52 des Bestattungsortes II zu Karos sowie in Grabb 11 des Bestattungsortes III ebenda wurden zur linken Seite des Skeletts in einem Streifen, der sich von der Hüfte bis zum Knie hinzog, etwa zweihundert Nieten und Beschläge in unterschiedlicher Form gefunden. Die meisten davon konnten wir in ihrer ursprünglichen Lage beobachten zusammen mit beachtlichen Lederüber resten. Im Verlauf der Ausgrabungen erkannte ich ihren Zweck noch nicht, bis ich nach insgesamt zwei Jahren Arbeit zu der Schlussfolgerung gelangte, dass dies Verzierungen von Bogenköchern gewesen sein müssen. Bis auf den heutigen Tag ist die ungarische wie auch die internationale Forschung der Ansicht, dass die Steppenvölker in der geschichtlichen Periode zwischen den Sky ten und den Kumanen derartige Waffen nicht besassen. Zwar kannten sie schon den Bogenköcher, doch nur jene Variante, die aus weichem Leder gleich einem Sack gefertigt war, und an deren oberen Ende sich gelegentlich ein Knochenblattpaar befand. Darin trug man den Bogen in Ruhestellung (nicht gespannt). Wie sehr dies jedoch nicht andern war, davon können uns die Wandmalereien von Sorcuk, Chotchö und Turfán überzeugen, die allesamt aus der Zeit zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert stammen. Unter den archäologischen Funden sind Köcher für gespannte Bogen auch in der Steppe von Baraba, in dem Kurgan 1. am Fundort Oltar sowie unter den Funden aus dem kaukasischen Moscevaja Balka entdeckt worden. Anhand der beiden Funde von Karos kann gesagt werden, dass diese Bogenköcher insgesamt 60 cm lang gewesen sein müssen. Ihre Öffnung war 16-18 cm breit. Aufgehängt wurden sie mit an der rechten Seite der Öffnung angebrachten Aufhängebeschlägen. Diese Beschläge waren - wie dies auch von anderen Fundorten bekannt ist - stets halbseitig abgenutzt, jedoch niemals an der Mittelachse des Ringes zum Riemenhalten. Die Abnutzung entspricht aber exakt der Stellung des Bogenköchers: Er hing, links aufgehängt, schräg herab, die Öffnung und der daraus hervorsehende Bogen nach hinten zu. Bislang sah man in der Fachliteratur die Rolle dieser Beschläge in der Aufhängung des Tornisters. Ganz abgesehen davon, dass man auch diese in so einer Funktion noch nirgendwo glaubwürdig hat beobachten können, vertrete ich die Meinung, dass sie vorwiegend die Aufgabe hatten, den Bogenköcher zu halten. In dem Grab 11/52 in Karos führten von dem Beschlag gut erkennbare Riemenreste zu dem Gürtel in der Taille der Verstorbenen! Diese mit prunkvollen Beschlägen geschmückten Bogenköcher waren, darüber hinaus, dass hier auch ein neuer Waffentyp entdeckt wurde, auch wichtige Gegenstände, um den Rang zu erkennen. Davon zeugen die im mittleren Drittel erkennbaren Sonnensymbole. Die früheren Funde, die teilweise bei nicht archäologischen Freilegungen zum Vorschein kamen und deshalb in ihren Zusammenhängen nicht erkannt wur48