A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 27. Tanulmányok a 70 esztendős Végvári Lajos tiszteletére. (1989)

K.VÉGH Katalin: Császárkori telep Miskolc-Szirmán

Die aufgeschlossene Siedlung von Miskolc-Szirma könnte der Rand einer größeren Siedlung sein, deren sich auf der Spitze des Hügels befindlichen Teil der Sajó schon vernichtet hat. Damit kann erklärt werden, warum die Zahl der Häuser so gering ist, warum die Siedlung zum großen Teil von Gruben gebildet wird und vielleicht aus das, daß die verschiedenen Objekte keine bestimmte Anordnung, kein System bilden. Aus den kleinen Maßen der Häuser kann darauf gefolgert werden, daß diese nicht von großen, sondern von Familien mit kleiner Personenzahl bewohnt wurden, wie auch die Siedlung von Szirmabesenyő und das konnte auch bei den Siedlungen der Prze­worsk-Kultur in Polen beobachtet werden. 9 " Die Bewohner unserer Siedlung beschäf­tigten sich auch mit Tierhaltung und Ackerbau, was durch das tierische Knochenmate­rial, weiterhin durch die Pflugschar und durch die zum Mahlen der Körner dienenden Mahlsteine bewiesen wird. Dieser Pflugschar-Typ könnte auf mehrfach bearbeiteten Flächen angewandt worden sein, damit konnte die Erde besser, tiefer bearbeitet wer­den. 91 Die große Menge Eisenschlacke beweist, daß in der Siedlung oder in deren unmittelbarer Nähe Eisen erschmolzen wurde. Die in den Häusern befindlichen Arbe­itsgruben dienten für alltägliche Arbeitszwecke. Die Spinnwirtel und Spulenringe sind Beweise für das Spinnen und Weben. Auf die Handelsbeziehungen weist die pannoni­sche und Blazice-Keramik hin. Grund der Aufgabe der Siedlung kann die Erschöpfung der für die landwirtschaft­liche Produktion genutzten Flächen oder das Hochwasser des Sajó sein. Die Wahrneh­mungen bei der Ausgrabung lassen nicht auf ein plötzliches Verlassen der Anlage schliessen. Die Siedlung Miskolc-Szirma können wir auf die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts bis Mitte des 3. Jahrhunderts u. Z. datieren, also nach Eggers absoluter Chronologie erste Hälfte B 2 - erste Hälfte C, und C 2 , nach der Zeitordnung von Godlowski auf den Abschnitt Ende B 2-B 2 /C,-C lab , nach der Einteilung von Kölnik auf das Zeitalter B 1bc­B 2 C,-C lab . 92 Aus der früheren Periode der Siedlung stammen die Funde keltischen und dakischen Charakters, die Zeit der Aufgabe der Siedlung kann mit der auf das erste Drittel des 3. Jahrhunderts datierbaren Terra sigillata bestimmt werden. Die verhältnis­mäßig gering vorkommende graue auf der Töpferscheibe hergestellte, geglättete und gestempelte Keramik zeigt, daß diese Siedlung in der Blütezeit der Blazice-Werkstatt schon nicht mehr bestand. Das Fundmaterial nicht lokalen Ursprungs schließt sich an das Venkmalmaterial der Przeworsk-Kultur des 1.-3. Jahrhunderts an und die Sied­lungsfunde unterstreicht auch, daß die Fundstelle in den Kreis der Przeworsk-Kultur der Wandalen einzuordnen ist. Darum wird die Siedlung von Miskolc-Szirma gemein­sam mit den Siedlungen von Sajókeresztúr, Szirmabesenyő und wahrscheinlich auch mit mehreren anderen nordungarischen Fundstätten, die östlich des Gebietes von Nóg­rád liegen, vor den sich nach den Markommannen-Kriegen ansiedelnden Wandalen, von aus der heutigen südöstlichen Slowakei kommenden kleineren Volksgruppen geschaffen worden sein. Die slowakische Forschung rechnet mit dem Einzug der Bevöl­kerung aus nordöstlicher Richtung nach der Ostslowakei mit der Zeit ab 70-80 u. Z., ab der Jahrhundertwende des 1.-2. Jahrhunderts. 93 Die im Fundmaterial zu bemer­kende Keramik quadischen bzw. westgermanischen Charakters beweist die Nachbars­chaft der Quaden, die Kontakte zu ihnen. Katalin К. Végh 32 £ 499

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