A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 27. Tanulmányok a 70 esztendős Végvári Lajos tiszteletére. (1989)

CIFKA Péter: Egy emlékszobor a reformkorban

DENKMAL IN DEM REFORMZEITALTER (Auszug) Im August 1838 starb Franz Kölcsey, der Dichter und Parlamentsabgeordnete, einer der bekanntesten, liberal-oppositionellen Politiker seiner Zeit. Gleich bereits nachdem Todestag vereinigten sich Kölcseys Freunde, ein Denkmal zu Ehren des be­rühmten Dichters errichten zu lassen. Zu dieser Bildhauerarbeit hatte man Stefan Fe­renczy auserlesen. Die zur Errichtung des Denkmals nötige Geldsumme - 2500 Gulden - wurde durch eine damals in Ungarn noch ungewohnte Methode, im Wege allgemei­ner, öffentlicher Spendensammlung zusammengebracht. Diese öffentliche Spenden­sammlung wurde in zwei Etappen veranstaltet und durchgeführt. Zum erstenmal zielte man auf die für 1839 einberufene Parlamentstagung, wo sich die Spendensammlung nach unmißverständlich politischen Gesichtspunkten polarisierte: Die Oppositionellen waren gebefreudig, spendeten reichlich, die Konservativen aber wollten für das Denk­mal keine große Summe spenden. Schließlich und endlich wurden 1300 Gulden von 183 Spendern zusammengetragenn. Danach erstreckte sich die Spendensammlung auf die ganze Bevölkerung Ungarns. Dabei wirkten meistens Konfessionsrücksichten auf die Sammlung ein: Die Gebiete, wo Protestanten die Mehrheit der Bevölkerung bildeten, spendeten freigiebig für das Denkmal, dagegen die Gebiete mit katolischer Mehrheit verhielten sich zurückhaltend, sogar abweisend. Das Endergebnis der öffentlichen Spendensammlung war folgendes: 1100 Gulden aus 730 Geldquellen. Stefan Ferenczy machte seine Kunststudien bis 1824 in Rom bei Thorvaldsen. Bei seiner Heimkunft streckte er sich zwei Ziele vor: Einerseits keine Hofkünstlerstellung mit persönlichem Abhängigkeitsverhältnis annehmen, andrerseits dagegen einen freien, unabhängigen Bürgerstand erringen. Im Laufe der Errichtungsarbeiten des Köl­csey-Denkmals machte er folgende Erfahrungen: a) In den Erwartungen seines bürgerlichen Freistatus war er stets gezwungen, an­passungsfähig zu sein: Wenn er für einen Protestanten eintrat, verlor er die Aufträge seitens der Katoliken und umgekehrt, wenn er die Ansprüche der konservativen Auft­raggeber befriedigt, gefährdet er die Zuneigung der Oppositionellen. b) Die von ferne für einheitlich gefundene Heimat ist aus nächster Nähe nur ein unentwirrbarer Knäuel von politischen, konfessionellen, literarischen, familiären Inte­ressengenossenschaften im Kampfgetümmel für- und gegeneinander. c) Das Vaterland spricht zu ihm nicht als eine persönliche Gestalt, sondern als ein in vielen Hinsicht unbestimmter Ausschuß: dadurch geraten in seine Bildhauerarbeit viele verstimmende, unpersönliche Elemente des Bürokratismus. Im Jahre 1840 ist Stefan Ferenczy mit dem Kölcsey-Denkmal endlich fertig gewor­den. Der Gesamtentwurf und die Kompositions-grundmotiven gehen auf die „Venus"­Darstellungen der pompejischen Wandmalereien zurück, die Canova selbst zum Stand­bild Polyhymnia von Elisa Bonaparte übernommen hatte. Stefan Ferenczy gestaltete diese entlehnte künstlerische Konzeption für das Kölcsey-Denkmal um. Diese künstle­rische Motivenwanderung schneidete bei der Schöpfungsarbeit gut ab: Die Handhal­tung des Reformpolitikers Kölcsey formte sich zu einer erläuternden-argumentieren­den Geste um, seine ruhige Sitzhaltung und seine antike Kleidung erinnerten an die Menschenwürde eines römischen Senators, den Ansprüchen des Klassizismus entspre­chend. Péter Cifka 42

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