A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 27. Tanulmányok a 70 esztendős Végvári Lajos tiszteletére. (1989)
IRINA KIZLASZOVA: A régi orosz művészet kutatásának történetéhez
ZUR FRAGE DER ALTEN RUSSISCHEN FORSCHUNGSGESHICHTE (Auszug) Die systematische Aufarbeitung der alten russischen Kunst läßt ziemlich lange auf sich warten. Der erste Forscher von großem Format, der sich dem Thema mit komplexen Mitteln näherte, war Fedor Iwanowitsch Busljajew (1818-1897), sowie der auf seinen Spuren schreitende Kunstgeschichtler Njihodjim Pawlowitsch Kondakow (18441925). Basis ihrer Forschungsarbeit war die bis dahin unbekannte, sogenannte „ikonografische" Näherung. Sie erkannten als erste, daß bestimmte Sphären der mittelalterlichen Kunst, so auch die Erinnerungen der alten russischen Kunst nicht nur aufgrund der ästhetischen Kriterien qualifiziert werden können. Sie haben sich in ihrer Forschungsarbeit sogar bemüht die Wurzeln der Textbasis aufzuschliwßen, welche die Ausbildung des kanonwertigen Symbolsystems und die Gesetzmäßigkeiten der über Jahrhunderte hinweg allgemein akzeptierten „Leseart" derselben Symbolik bestimmten. Der auf den Spuren von Busljajew schreitende Kondakow kommt durch Ausarbeitung der Forschungsmethoden der byzantinischen und metabyzantinischen Kunst und dadurch, daß er die ikonografischen Probleme in das weiteste Kulturmilieu einbettet, zu einer nie bemerkten Tiefe beim Aufschluß des Wesens und gleichzeitig des Geheimnisses der russischen Ikonen. In den letzten - prager - Jahren seines Lebens übernahm der sich um ihn scharende, aus jungen Kunstgeschichtlern bestehende Kreis, das „Seminarium Kondakowium", die begonnenen, aber nicht mehr beendeten Themen und arbeitet bis zum heutigen Tage als geistiger Erbe dieses herausragenden wissenschaftlichen Erforschers der byzantinischen Kunst. Irina Kizlaszova 139