A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 13-14. (1975)

NAGY Géza: A kepések munkaszervezete és életmódja a Bodrogközben

LEBENSWEISE UND ARBEITSORGANISATION DER ERNTEARBEITER IM BORDOGKÖZ (Auszug) Nach dem Aufheben der Lehnsarbeit gingen die Grossgrundbesitzer im Bodrogköz bei der Bewirtschaftung ihres Besitzes zur Lohnarbeit über. In Haus und Hof arbeitete das Gesinde. Zu dringenden Arbeiten — wie auch die Ernte —, die das Gesinde wegen anderweitiger Beschäftigung nicht erle­digen konnte, wurden aus den Dörfern Erntearbeiter angeworben. Eine besondere Art von Erntearbeitern finden wir im Bodorgköz, „kepés" genannt. Sie waren Saisonarbeiter, die auf den grossen Gütern gegen Naturalien die Ernte einbrachten. Ihre Arbeit und ihr Lohn wurden vertraglich festgelegt. Der Vertreter des Grundbesitzers, der Inspektor und der Leiter der Erntearbeiter unter­schrieben als erste den Vertrag, dann Hess ihn der Leiter der Arbeiter von jedem Erntearbeiter unterschreiben. Laut Vertrag bestand der Lohn der Erntear­beiter aus zwei Teilen: 1. Ein bestimmter Teil des abgeernteten Getreides. Das gemähte Getreide wurde kreuzweise gelegt. Die Arbeiter bekamen jedes dreizehnte bzw. vierzehnte Kreuz. 2. Wöchentlich bekamen sie ein bestimmtes Quantum an Lebensmitteln Kost genannt. Das waren Mehl, Speck, Fleisch, Salz und Schnaps. Die Erntearbeiter ernteten paarweise. Ein Schnitter (immer ein Mann) und eine Binderin (meistens eine Frau) bildeten ein Paar. Die Binderin wurde auch „Einhändige" genannt. Geerntet wurde vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Auf dem Felde wurde gefrühstückt, mittaggegessen und ge­vespert. Am letzten Erntetag wurde aus Ähren ein Kranz geflochten und mit Gesang der Herrschaft überreicht. Danach veranstaltete die Herrschaft ein Fest für die Erntearbeiter. Nach Beendigung der Ernte wurde das verdiente Getreide gedroschen. Nach den Drescharbeiten verteilten die Arbeiter unter sich die Körner und das Stroh. Die Binderin dekam die Hälfte des Verdienstes eines Schnitters. In einem Sommer (5—6 Wochen) konnte ein Erntearbeiter bei guter Ernte 12—14 Doppelzentner Mischgetreide verdienen, bei schlechter Ernte 8—10 Doppelzentner. Die Binderin bekam die Hälfte von dem. Wenn der Erntearbeiter wollte, konnte er danach bei der Herrschaft bei den Drescharbeiten helfen. Auch für diese Arbeit bekam jeder Kost und 2—3% des Drusches. Diese 2—3% wurden unter der Dreschmannschaft (18—20 Personen) verteilt. Das Getreide wurde wöchentlich aus der Korn­kammer des Grundbesitzers ausgegeben. Die Erntearbeit war sehr schwer, aber der arme Mann musste sie leisten, wenn seine Familie nicht ohne Brot bleiben wollte. Géza Nagy

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