A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 12. (1973)
JOÓ Tibor–SÓLYOM Dezső: A diósgyőri pálos kolostor
120 JOÓ TIBOR—SÓLYOM DEZSŐ Das Diósgyőrer Paulinerkloster (Auszug) Das Diósgyőrer Paulinerkloster ist eines der am frühesten entstandenen oberungarischen Paulinenklöster. Es wurde 1304 vom Palatin Stephan, Sohn von Banus Ernye, erster Bauherr der Diósgyőrer Burg, gegründet. Das Kloster gedieh bis 1526, und wirkte zu dieser Zeit auch besonders auf die Mühlenindustrie und den Wein- und Obstbau der benachbarten Ortschaften. Das über 200 Jahre lang nicht genutzte, in Ruinen liegende Kloster wurde 1739—1742, unter teiiweiser Verwendung des alten Baues, aber in kleineren Aussmassen neugebaut. Es funktionierte bis zum 20. März 1786, als es von Joseph II. aufgelöst wurde. Es blieben wenige Sachen von den mittelalterlichen Andenken der Nachwelt erhalten, von denen aber mehrere einen beachtlichen Kunstwert besitzen. So ist das Fragment des Marmorreliefs von Giovanni-Dalmata bedeutend, über dessen Funktion noch heutzutage diskutiert wird. Es ist noch nicht geklärt, ob es sich um Altaireste oder ein Grabdenkmal handelt. Von bedeutenden Wert ist auch das Messebuch im erzbischöflichen Archiv von Eger, dessen Illustrationen in dem Diósgyőrer Paulinerkloster im Jahre 1394 gemalt wurden. In der Diósgyőrer katholischen Kirche befindet sich die gotische Madonna aus den 90-er Jahren des 15. Jahrhunderts. Sie wurde während der Restaurationsarbeiten 1950 von ihren barokkén Details befreit. Von den barokkén Andenken sind noch eine steinerne Marie-Statuengruppe aus dem Jahre 1739 bekannt, die von den Verfassern in mehreren Bildern gezeigt wird. Weiterhin sind noch zwei Statuen im Miskolcer Museum, geschnitzte Kirchenbänke, Altäre und andere kirchliche Ausrüstungen in Bükkszentkereszt und Köröm, sowie Glocken bekannt. Die Verfasser schildern den Zustand nach dem Neubau, aufgrund der Grundrisse und Lagepläne aus dem 18. und 20. Jahrhundert, und den zur Zeit vorhandenen Ruinen. Aus den Pauliner-Bauschemen, lokalen Aufzeichnungen, sowie aus dem Vergleich von Denkmälern folgern sie auf den früheren Ausbau des Klosters. Damit geben sie Ausgangspunkte für die archäologischen Untersuchungen und Erschliessungen. Der Aufsatz beschäftigt sich detailliert auch mit Schutz- und Verwendungsvorstellungen, und betont die Bedeutung für das an Baudenkmälern armen Miskolc, und dass die vorhandenen Pauliner-Bauten mit ihren Grünanlagen zusammen als Denkmaigruppe geschützt und nach dem Aufbau des neuen Stadtviertels gezeigt werden soll. Das dem Aufsatz beigefügte Bildmaterial gibt Auskunft sowohl über die Gebäude als auch über ihre Lage innerhalb der Siedlung, und zeigt auch die räumlichen Zusammenhänge auf. Tibor Joó—Dezső Sólyom