A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 2. (1958)

KALICZ Nándor: Későbronzkori urnatemető Igrici község határában

KÉSÖBRONZKORI TEMETŐ IGRICIBEN 63 dermassen, dass sie von ihrer eigenen Kultur nur unbedeutende Wesenszüge beibehielten. Die vorausgesetzte östliche Abstammung der Egyeker Kultur wird durch das Fundmaterial nicht überzeugend bewiesen. Unbestreitbar bestehen zwischen der reinen Hügelgräberkultur und der Egyeker Kultur auch von einander abweichende Wesenszüge. Allerdings tritt dies nicht durch das Vorherrschen östlicher Kulturelemente in Erscheinung (da doch der überwiegende Teil der­selben zugrunde gegangen war), äussert sich vielmehr in der Ausgestaltung neuer Keramiktypen neben den bestehenden der Hügelgräberkultur, und auch darin, dass einige der keramischen Leitformen in Vergessenheit gerieten. Auch die Bestattungssitten weichen von einander ab. Bei der ausländischen Hügelgräberkultur herrscht neben der Brandbestattung die Skelettbestattung vor, und nur bei uns in Ungarn gelangt auch der Brauch der Leichenverbren­nung — wenn auch nur in der späten Phase — allgemein zur Geltung. Bei der Egyeker Kultur hingegen können wir mit ganz wenigen Ausnahmen nur Lei­chenverbrennung vorfinden. Auch die Grösse der Gräberfelder betreffend macht sich ein Unterschied bemerkbar. Die Hügelgräberkultur besitzt kleine Gräberfelder, die der Egyeker Kultur sind grösser, das bedeutet, dass die Gesellschaftsordnung der Egyeker Kultur in ganz anderen Bahnen verlief, als die des Hügelgräbervolkes. Noch können wir den weitverbreiteten Brauch der Leichenverbrennung in der Spätbronzezeit nicht genügendermassen erklären. Im wesentlichen übernimmt die Egyeker Kultur die Typen der Hügelgrä­berkultur sowohl in der Metallbearbeitung als auch in ihrer Keramik, wobei die Rolle der Egyeker Prototypen ganz unbedeutend ist und sich ausschliesslich auf die Abänderung einiger Formen beschränkt. Die Egyeker Kultur ist der Pilinyer Kultur eng verwandt. Einer der wichtigsten Funde des Gräberfeldes von Igrici ist die in Grab 3 gefundene Henkeltasse vom Typ Felsőszőcs (Taf. II, 2/a —b). Noch steht die Zusammenfassung der Funde vom Typ Felsőszőcs aus. Auf dem Namengeben­den Fundort fand man ihre ersten Urnengräber, doch kamen seither auch in karpath-ukrainischen Gebieten ihre Urnengräber und Einzelfunde zutage. 101 ' 103 Auch aus den östlichen Teilen Ungarns sind uns zahlreiche vereinzelt vorkom­mende Funde dieser Gruppe bekannt. Kennzeichnend ist die tief gekerbte Spi­ralverzierung ihrer Gefässe. Die chronologische Stellung der Felsőszőcser Gruppe war bis vor kurzem noch ungeklärt. Einige wollen eine Parallele zu den spiralbuckelverzierten Ge­fässen wahrhaben und setzen sie in die mittlere Bronzezeit. Aus den Funden von Igrici geht eindeutig hervor, dass die Funde von Felsőszőcs mit denen der Egyeker Kultur gleichzeitig bestanden. Möglich, dass die Felsőszőcser Gruppe bereits etwas früher ihren Anfang nahm. Doch fällt die Zeit ihrer vollkomme­nen Entfaltung mit der Zeit der Egyeker Kultur zusammen, reicht aber noch bis in das Ausklingen der Spätbronzezeit hinein (Mozsolics B IV). Als West­grenze ihres Verbreitungsgebietes lässt sich eine, in Richtung NS durch die Mitte des Komitates Szabolcs gezogene Linie denken. Die Egyeker und Felsőszőcser Funde weisen starke Unterschiede auf. Den Felsőszőcser Funden lagen vorwiegend östliche Bestände zugrunde (Ottomány—

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