Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 40 (1995) (Pécs, 1996)

Történettudományok - Radnóti Ilona: Adatok a 18. századi Baranya megyei zsidóság foglalkozásáról és jövedelméről

RADNÓTI ILONA: ADATOK A 18. SZÁZADI BARANYA MEGYEI ZSIDÓSÁG FOGLALKOZÁSÁRÓL ÉS JÖVEDELMÉRŐL 87 Daten zum Beruf und Einkommen des Judentums im Komitat Baranya (Branau) im 18. Jahrhundert Ilona RADNÓTI In der vorliegenden Arbeit wurde die berufliche Einstu­fung und das Einkommen des Judentums im Komitat Baranya (Branau, Südungarn) aufgrund der Registrierun­gen im Jahre 1780, 1781 bzw. 1794 untersucht. Die berufliche Strukturierung des sich in Branau stufenweise, aber langsam doch niederlassenden Juden­tums ist ziemlich einseitig, wozu die Einschränkungen der feudalen Ordengesellschaft wesentlich beigetragen hatten. Laut aller drei Registrierungen war mehr als 60% der Tätigkeiten von Familienoberhäupten - außer den Rahmen des traditionell organisierten Handels - mit dem „hausierend-aufkäuferischen" Handel verbunden. Die von Juden in Umsatz gebrachten Produkte waren in erster Linie die den Alltagsbedarf der Dorfeinwohner decken­den geringwertigen Textil- und Kurzwarensorten. Aus den landwirtschaftlichen Produkten wurden Leder, Tabak und Honig aufgekauft, bzw. mit Getreide gehandelt. Überraschend wenige Personen erhielten ihr Einkommen durch die Miete von Gutsherregalen (z.B. Kneipen, Metzgereien, Schnapsbrennereien). Im untersuchten Zeitraum nahm zwar die Anzahl von jüdischen Handwer­kern zu, doch ihre Proportion blieb fast unverändert niedrig (11,5%). Geschäftführende Kaufleute und Handwerker waren im allgemeinen in den größeren, mehr als 1000 Ein­wohner zählenden Siedlungen ansessig. Die zu anderen Berufsgruppen gehörenden ließen sich sowohl in kleine­ren wie auch größeren Ortschaften nieder. In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts wurde aus dem Judentum in Branau eine wirtschaftlich starke Gesellschaftsschicht, die sich in der Hinsicht der Ein­kommen immer mehr differenzieren ließ. Die sich herausbildenden Unterschiede waren pro Berufsgruppe bzw. Familie ziemlich groß. Die Differenz zwischen den niedrigsten und höchsten Einkommen betrug in sämtlichen Berufsgruppen das Mehrfache. Das höchste Einkommen erhielten etliche ­im Bezirk Hegyhát und Mohács - kaufmännisch tätige Familien. 1794 verfügten bereits 22 von 122 Familien aus Branau über eigenes Haus, wenige über Grundstücke und etwas mehrere über Tierbestand. Die meisten von ihnen stammten aus der Schicht der reicheren Kaufleute.

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