Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 35 (1990) (Pécs, 1991)
Művészettörténet - Mendöl Zsuzsanna: Épületekhez kapcsolódó díszítő üvegmunkák Pécsett
242 MENDÖL ZSUZSA Baugebundene Glasarbeiten in Pécs Zsuzsanna MENDÖL Die Tradition und Praxis der Glasmalerei wurde durch die historisierenden Bestrebungen des vergangenen Jahrhunderts auferlebt, und durch die glastechnischen Neuerungen und durch den Geist der Sezession angespornt, wieder zum künstlerischen Rang gehoben. Durch die Trennung von Projekt und Ausführung, d. h. dadurch, dass der Entwurf und die Ausführung nicht vom gleichen Meister gemacht wurde, sowie durch die Tatsache, dass die von Malern entworfenen Kompositionen von Glasermeistern mit der immer mehr verbreiteten Verwendung von industriell hergestellten Rohstoffen in Glas umgesetzt wurde, sowie durch die häufige Programmgebundenheit der Gattung verstärkten den handwerkskünstlerischen Charakter der farbigen Glasfenster, die Gestalter oft in Vergessenheit und Namlosigkeit verdrängend. So bleibt die Beschreibung dieser Dekorelemente zumeist auch bei der Schilderung der öffentlichen Gebäuden aus, sodass es auch in Hinsicht der näheren Vergangenheit schwer und in manchen Fällen sogar unmöglich ist, die Gestalter der glasmalerischen Werke zu bestimmen. Die Studie stellt die in den letzten 100 Jahren in Pécs geschaffenen glasmalerischen Werke und Glasverzierungen, samt der Abbildungen einiger typischen Stücke vor. Wir treffen sowohl in den Kirchen als auch an öffentlichen Gebäuden der Stadt Werke der besten heimischen Glaskünstler unseres Jahrhunderts — Sándor Ligeti, Miksa Roth, Hugo Johan —, die würdige Partner ihrer Maler- oder Handwerkerkollegen bei der Gestaltung der Gebäude waren. Die Autorin untersucht durch die Darlegung der im 20. Jahrhundert entstandenen glaskünstlerischen Denkmäler über die ortsgeschichtliche Dokumentation hinaus die heutige Existenz der Gattung, d. h. das, ob und in welchem Masse die Architektur und die Umweltgestaltung unserer Tage einen Raum für die künstlerisch anspruchvolle Verwendung des Glases gewährt. In den 1980er Jahren fing das Janus-Pannonius-Museum mit der Unterstützung der Ratsorgane an, die Sache der Gestaltung farbiger Glasfenster zu fördern, und die verschiedenen Bildungs- und Kulturinstitute (Museum, Gesellschaft für Wissenschaft und Technik, Komitatsbibliothek) beauftragten Maler (Ferenc Martyn, Endre Nemes) und Kunstgewerbe (Erzsébet L. Szabó, György Buczkó, Ádám Kéri) zu solchen Arbeiten. Auch das Schaffen der jeniger Künstler ist bedeutend, die das Material ohne glasmalerische Techniken, mit kalter oder warmer Formung und plastischer Gestaltung, seiine Materialeigenschaften betonend verwenden und in den Dienst der bildenden Kunst oder der ästhetischen Raumgestaltung stellen. (Zoltán Bohus: Laminierung und Schichtung; Agnes Kertészfi: Sinterungstechniken). Durch ihre Mitwirkung bei der Gestaltung der Leuchter und Leuchtkörper wurde das Glas in ihrer Kunst wieder zum Mittel der Repräsentation und der künstlerischen Wirkung. Hier konnten die ziemlich wertvollen derartigen Arbeiten von János Jegenyés und Éva Farkas wegen iherer schweren Fotografierbarkeit nicht entsprechend dokumentiert werden. '