Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 23 (1978) (Pécs, 1979)
Régészet - Maráz, Borbála: Zur Frühhallstattzeit in Süd-Pannonien
ZUR FRÜHHALLSTATTZEIT IN SÜD-PANNONIEN 151 Frage der Chronologie Das Keramikmaterial der Jakabberger Tumuli kann als der Nachlaß der östlichen Frühhallstattkultur betrachtet werden, es ähnelt sich aber weder den in Martijanec, 10 noch in Szálacska, 11 Vaszar, 12 oder in Sopron-Burgstall 13 und Nővé Kosariska 14 zutage gekommenen Funden. Auch mit der fast gleichaltrigen Keramik des Este-Typusses der südostalpinen, der slowenischen Gebiete (Libna, 15 Novo mesto, Sticna, 16 Javor 17 ) und in Szálacska und Sopron-Burgstall zeigt es keine Aehnlichkeit. Die auf dem Jakabberg gefundene Keramik weist sehr viele archaische und für den Formschatz der Urnenfelderkultur charakteristische Züge auf: die rote Bemalung, die Graphitierung, die plastische oder eingeglätteten Meander- und Spiralmotive, die figurellen Darstellungen sowie die Tierkopfplastik fehlen vollkommen. Charakteristische, oft vorkommende Verzierungen sind die Turbanform und die senkrechte Kannelur sowie die, sich im Inneren der Tasse und Schalen befindende Einglättung, die zusammen mit einigen Gefäßformen (Schüssel mit Fuß und eingezogenem Rand, Henkeltasse und halbkugelförmige Schalen) als die Tradition der Urnenfelderkultur betrachtet werden können. 10 K. Vinski —Gasparini: Iskopavanje knezevskog tumulusa kod Martijanca u Podravini. — Ausgrabung eines hallstättischen Grabhügels bei Martijanec im Draugebiet. VAM 2 (1961) 39—66., Taf. IV—IX. 11 M. Käbay Ê.: (1960) 45—59.; Kemenczei T. (1974) 3—16.; Kemenczei T.: Früheisenzeitliche Keramikfunde von Nagyberki. FA 27 (1976) 203—208. 12 Horváth A,: VMMK 8 (1969) 124—134. 13 L. Bella — О. Müller: Prähistorische Funde in der Umgebung von Oedenburg in Ungarn. MAG 21 (1891) 165—192.; Gallus S.: Die figuralverzierten Urnen vom Soproner Burgstall. AH 13 (1934); Patek E.: Előzetes jelentés az 1971-ben Sopron—Burgstallon végzett ásatásról. — Vorläufige Mitteilung über die Ausgrabung in Sopron — Burgstall (1971). ArchErt 99 (1972) 206—213; Patek E. (1976) 3—28.; Patek E. (1976a) 39—46. 14 M. Pichlerová: Nővé Kosariska. (Bratislava 1969). 15 M. Gustin: Libna. Posavski muzej Brezice 3 (1976). 16 T. Knez: Hallstattzeitliche Hügelgräber in Novo mesto. Symp. Bratislava (1974) 243—252.; S. Gabrovec: Grob z oklepom iz Novega mesta. — Panzergrab von Novo mesto. Situla 1 (1960) 27—80.; S. Gabrovec (1966) 1—48.; O.—H. Frey — S. Gabrovec (1971) 193—218.; S. Gabrovec — O.—H. Frey — S. Foltiny. Erster Vorbericht über die Ausgrabungen im Ringwall von Sticna (Slowenien). Germ 48 (1970) 17—18., Abb. 3; S. Gabrovec: Die Ausgrabungen in Sticna und ihre Bedeutung für die südostalpine Hallstattkultur. Symp. Bratislava (1974) 163—187.; T. Knez.- Hallstattzeitliches Frauengrab mit Pseudokernoi aus Novo mesto, Jugoslawien. Pittioni —Festschrift I. 601—610. 17 M. Gustin — T. Knific: Halêtatske in anticne najdbe iz Jávora. — Funde aus Hallstatt- und Römerzeit in Javor. AV 24 (1973) 831—847. Auch, vom Formschatz der späten Urnenfelderkultur abweichende, bereits auf die ostalpine Hallsta'ctkultur hindeutende Urnenformen kamen in den Tumulusbeslattungen des Jakabberges zutage: diese Urnen sind schwarz poliert und sind im allgemeinen mit senkrechter Kannelur, manchmal mit Buckeln verziert. So z. B. vertritt die Form der beiden Gefäße des Tumulus 6. (Taf. VI. 7—8). die der Urnen des Tumulus 10. (Taf. VI. 4, 6) und die der beiden großen Urnen des Hügels 15. (Abb. 6. 1—2) den Nachlaß der Hallstattkultur. Ihre frühesten Parallele erscheinen in der Maria Rast- oder sog. Dobova-Ruse-Gruppe (in den jüngsten Gräbern des Gräberfeldes von Dobova 18 ) sowie in der, auch die jugoslawischen BaranyaGebiete beinhaltenden, ebenfalls zur späten Urnenfelderkultur gehörenden Dalj-Gruppe. 19 Auf den südostalpinen Gebieten (Krain, Slowenien fällt das Ende der Dobova-Ruse-Gruppe zeitmäßig fast mit der ersten Hälfte der Podzemelj-Phase zusammen (aufgrund des Antennenschwertgrabes aus Podzemelj). Diese Periode beinhaltet die Endphase der mitteleuropäischen Urnenfelderkultur und die Anfangsphase der Früheisenzeit: die Forschung identifiziert sie relativchronologisch mit der На B3 und mit der ersten Hälfte der С Periode und datiert sie in die Zeit 750 ± 50 v. u. Z.20 Den Zeitpunkt der mitteleuropäischen Erscheinung und Verbreitung der sog. thrako-kimmerischen Pferdegeschirrbeschläge untersuchend erhalten wir im großen und ganzen ähnliche, aber ausgedehntere chronologische Angaben bezüglich des Alters der Jakabberger Tumulusbestattungen. Das Zeitalter des „thrako-kimmerischen Einflusses" wird auf dem Gebiet der Tschechoslowakei 18 F. Stare: Dobova. Posavski muzej Brezice 2 (1975) Taf. 4.3 (aus Grab 2.), Taf. 9.6 (aus Grab 23.), Taf. 12.9 und 11 (aus Grab 56.), Taf. 22.8 (aus Grab 140.), Taf. 32.1—2 (aus Grab 237.). 19 K. Vinski—Gasparini (1973) 207—210., Taf. 115— 125. 20 S. Gabrovec: Halstatske celade jugovzhodnoalpskega kroga. — Die hallstättischen Helme des südostalpinen Kreises. AV 13—14 (1962—63) 293—348.; S. Gabrovec (1966) 5—26., Tabellen 1—2; O.—H. Frey — S. Gabrovec (1971) 199., Tabelle der Abbildung 7.; K. Kilián: Bemerkungen zur Chronologie der frühen Eisenzeit und zum Beginn der Hallstattzeit in Italien und N/W-Jugoslawien. Actes Beograd (1971) 219— 231.; F. Lo Schiavo: Contributi per una cronologia della necropoli di Santa Lucia presso Tolmino. Actes Beograd (1971) 92.: K. Kilián: Zum Beginn der Hallstattzeit in Italien und im Ostalpenraum. JRGZ 17 (1970) 67., 76—79.; S. Gabrovec: Zacetek halstatskega obdobja v Sloveniji. — Der Beginn der Hallstattzeit in Slowenien. AV 24 (1973) 355., 367—373.; N. Tasié: Relativno hronoloski odnosi juznopanonskog i slovenackog halstata. The Relative Chronologies of the Southern Pannonian and Slovene Hallstatt Cultures. AV 24 (1973) 618—619.; S. Gabrovec: Zum Beginn der Hallstattzeit in Slowenien. Pittioni-Festschrift I. 588—600.