Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 23 (1978) (Pécs, 1979)

Régészet - Ecsedy, István: Die Siedlung der Somogyvár–Vinkovci Kultur bei Szava und einige Fragen der Frühbronzezeit in Südpannonien

114 ISTVÁN ECSEDY stattungen beide Riten angetroffen werden können. Es ist überflüssig die Abweichungen von den Steppengrubengrabhügeln aufzuzählen, es genügt festzustellen, daß die aufgezählten Bestattungen und die Gräber der Grubengrabkultur ein einziges ähnliches Rituselement haben, den Grabhügel selbst, der nicht ausreichend zu sein scheint die Wanderung des Volkes der „Kurgankultur" nach Levkas anzunehmen. 8 '* Auf die frühbronzezeitliche Geschichte des Kar­patenbeckens zurückkommend müssen wir betonen, daß zur Rekonstruktion des Beginns der Postvu­cedol-Periode noch sehr viele Forschungen not­wendig sind. Unmittelbarer Auslöser der Entste­hung der Frühbronzezeit des Karpatenbeckens konnte sein, daß am Südrand des Gebietes jene Veränderungen stets stärker zur Geltung kamen, die den Aufschwung der Metallurgie, den Wechsel Co^ofen-Glina III. bzw. Vucedol —Vinkovci vorbe­reiteten. Diese, von uns vermutete Periode kann vorläufig nicht, unmittelbar auf archäologische Quellen stützend, dargestellt werden. Unserer Vorstellung nach hat die Spätbadener —Kostolá­cer —Cotof ener —Bevölkerung die neuen technischen Ergebnisse und die neue materielle Kultur in ers­ter Linie durch Vermittlung der Spätvucedol —Ge­meinschaften übernommen und adaptiert, ohne 84 Hammond (1974) 129—144.; Hammond (1976) 111—113.; Vgl. Ecsedy (1975). Die kulturellen Ergebnisse der ägäischen Entwick­lung des Frühhelladikums verbreiten sich parallel mit der bedeutenden Entwicklung der Verbindungen im Karpatenbecken. Die .— überzeugend erscheinende — Vermutung von K. Branigan über den westgriechi­schen Ursprung des aus Mykene bekannten Bes­tattungsritus' berücksichtigend (Branigan [1975] 47— 49.) erscheint es wahrscheinlich, daß es überflüssig ist die Entstehungsfaktoren des mittleren Helladi­kums in der Spätkupferzeit von Mitteleuropa und die Vorfahren der mykenischen Herrscher unter den Stammeshäuptern der „Kurgankultur" zu suchen. Zum Zeitpunkt der Entstehung der mitteleuropäischen Bronzezeit bewohnt einen Teil von Hellas mit Si­cherheit eine (prä) griechische Bevölkerung. An der Wende des frühen zum mittleren Helladikum kann unserer Meinung nach schwer so eine Migration vor­gestellt werden, die vom Raum Mitteleuropas die Entwicklung der griechischen Gebiete hätte beein­flussen können. Vgl. R. A. Crossland-Ann Birchalh Bronze Age Migrations in the Aegean. Proceedings of the First Int. Coll. on Aegean Prehistory, Shef­field. London 1973 (mit den diesbezüglichen Studien von R. J. Howel, M. Gimbutas, N. G. L. Hammond, С. Renfrew, R. A. Crossland, J. D. Evans). daß der Periodenwechsel für die Bevölkerung Ba­dener Ursprungs ein Kataklisma bedeutet hätte, obwohl das bedeutende Aufleben der Verbindun­gen unbedingt gewisse Wanderungen implizierte, so auch die Infiltration und Integration gewisser Völkergruppen. Diese können vor allem im Falle der Entstehung der Somogyvár—Vinkovci-Kultur und der Óbéda— Pitvaros-Gruppe schwer verneint werden, während im Falle der, mit dem Fundma­terial des Makó—Kosihy — Сака-Types charakteri­sierbaren Gemeinschaften und im Falle der Nagy­rév-Kultur die aktive Teilnahme der örtlichen Be­völkerung an dem oben hypothesenartig darge­stellten Verbindungssystem der bedeutendere Fak­tor sein konnte. 85 85 Vgl. Abb. 7. und 10. Unsere auf Abbildung 10. dargestellte relativ-chronologische Vorstellung wider­spricht scheinbar den stratigraphischen Angaben, die auf das Verhältnis der Badener und Vucedol Kulturen unmittelbar hindeuten. Hier sind wir also einige Er­klärungen schuldig. 1. Die direkten stratigraphischen Angaben sind von den Gebieten her bekannt, wo sich sowohl das Volk der Badener als auch dieses der Vucedol Kultur an­siedelte, das Verbreitungsgebiet der beiden Kulturen ist aber nicht vollkommen identisch. 2. Das Entstehungsgebiet der Vucedol Kultur ist nicht einwandfrei geklärt, es ist aber äußerst beach­tenswert, daß im Vorraum der Südostalp engebiete aus der Periode nach der Lasinja Kultur weder Boleráz-, noch Badener Fundmaterial bekannt ist und die spä­te Lasinja-Periode kann vom typologischen Gesichts­punkt als ein Komponent der Vucedol-Kultur bet­rachtet werden. 3. Auch aufgrund der in Vucedol, Gomolava, Zok — Várhegy erschlossenen Stratigraphien ist die stufen­weise SW —NO und W — О Verbreitung der Vucedol­Kultur vorstellbar und dies bedeutet, daß die auf den späten Lasinja-Grundlagen entstehende Kultur chro­nologisch mit Ende der Boleraz —Phase in Parallele gestellt werden kann und anschließend nimmt die Vucedol-Kultur allmählich des südwestlichen Raum der Badener Kultur ein. So ist verständlich, daß die Vucedol В II Siedlungsschicht über der Boleraz-Post­boleraz Schicht, die Spät-Vucedol Siedlungen über der Badener Siedlungen und die Post-Vucedol-zeitlichen So­mogyvár—Vinkovci und Makó—Kosihy —Caka Sied­lungen über den Kosztolác—Spätbadener Siedlungen liegen. Die gleichzeitigen Phasen der beiden Kulturen dokumentieren vorläufig geringe Angaben und das ist verständlich, da die beiden Kulturen auf demsel­ben Gebiet, zur gleichen Zeit nicht angetroffen wer­den können. Im Verlaufe der weiteren Erschließungen wird sich sicherlich die Anzahl der Funde erhöhen, die die obige Relativchronologie, identisch mit den von P. Roman publizierten Angaben unterstützen wer­den. (Siehe oben Anm. 72 und Ecsedy (1977) Anm. 19.)

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