Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1962) (Pécs, 1963)
Bándi Gábor: Adatok a Közép-Dunamedence korai és középső bronzkorának települési kérdéseihez
109 BEITRAGE ZU DEN SIEDLUNGSFRAGEN DER FRÜHEN UND MITTLEREN BRONZEZEIT IM MITTLEREN DONAURAUM G. BANDI Das am weningsten ermittelte bronzezeitliche Gebiet — sowohl hinsichtlich der Freilegung als auch des theoretischen Studiums — ist wohl die Erforschung und Analyse der Siedlungen. Wir versuchen in vorliegender Studie die historischen Ereignisse um die Wende der Frühbronzezeit und der mittleren Bronzezeit durch den gesetzmässigen Zusammenhang der Lebensweise und der Siedlungsart zu begründen. Das frühbronzezeitliche Siedlungsbild im Karpatenraum könnte fdlgendermassen rekonstruiert werden. In den Gebieten östlich der Donau und in den südlichen Teilen Transdanubiens lebten Volksgruppen balkanischer Abstammung, denen Tierhaltung und Bodenbau — wenn auch in unterschiedlichem Verhältnis —gleicherweise' bekannt war (die Kulturen von Vucedol-Zók, Nagyrév, Hatvan). Die nördlichen und westlichen Teile Transdanubiens bis zur Donau hielten im Verlauf der Frühbronzezeit nomadisierende Hirtenstämme besetzt (Kisapostagkultur). Während der mittleren Bronzezeit kann eine weitere Verbreitung der Adkerbaukulturen in nördlicher und nordwestlicher Richtung — gegen Transdanubien und Slowakei — beobachtet werden (Tokod- und Gerjengruppe, Vatya- und Magyarádkulturen). Demgegenüber ergeben die Siedlungisverhältnisse und Lebensweise der Träger der inkrustierten Keramik in den Hügellandschaften Transdanubiens ein abweichendes Bild. Es hat den Anschein, als ob die wirtschaftliche Grundlage der Kultur die GrosstierHaltung gewesen wäre. Den nomadisierenden Hirtenvölkern — die in kleinerem Ausmass auch gewisse Pflanzen kultivierten — entsprechen die in den einsdhichtigen Siedlungen zum Vorschein gekommenen, nicht zeitbeständigen Grubenwohnungen. Wenn wir die herumwanderden Hirtenstämme ohne ständiger Siedlungsstätte und die ackerbau- und viehzuohttreibenden Gruppen mit Grubenhäusern mit den grossen Aekerbaukulturen des Karpatenbeclkens mit ihren langlebigen Siedlungen mit einander vergleichen, sehen wir, dass die letztgenannten die Gebeite östlich der Donau bevorzugten und nur in der Lösslandschaft des Mezőföld, oder aber in den südöstlichen Grenzgebieten Transdanubiens, später aber auch im slowakischen Tiefland festen Fuss fassten. Ihre Herkunft lässt sich allenfalls auf den Balkan und nach Anatolien zurück verfolgen. Aus den vergleichenden Untersuchungen der Lebensweise-Siedlungsiform können gewisse Folgerungen auf die wirtschatftlichgesellschaftlidhe Entwicklung der verschiedenen Kulturen abgeleitet werden: 1. Die Selbständigkeit der aus dem Osten gekommenen berittenen Hirtenstämme ist unter den Volksgruppen mit ganz anderer wirtschaftlidh-gesellsOhaftlliöhen Lebensführung nur von kurzer Dauer: sie gehen in den Atíkerbaukulturen auf. 2. Die tierzuoht- und ackerbautreibenden Stämme aus den östlichen und westlichen Teilen der Ballkainhalbinsel, die sich der Lebensweise der unter günstigen geographisdhen Verhältnissen lebenden Urbevölkerung angepasst hatten konnten längere Zeit ihre Selbständigkeit, wahren. Einige dieser Volksstämme, besonders in der Grossen Unvermutlich weil sich der wirtschaftliche Schwerpunkt auf den Ackerbau verlegt hatte — zu bedeutenden Tellsiedlungen mit allmählich differenzierter Gesellschaftsordnung, ter Gesellschaftsordnung. 3. Die aekerbau- und viehzuchttreibenden Volksstämme balkan-anatolischer Herkunft leben in den Landteilen östlich der Donau lange Zeit nindurdh unter günstigen Verhältnissen in klassiclher Sippen-gemeinschaft. Infolge der untersöhiedlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten beginnt bei diesen Kulturen langsam eine Auflösung der Gesellschaftsordnung.